• Salalah – anders als der Rest Omans

    Gepostet am 4. Dezember 2014 von Konni zu Salam Oman!.
    Djebali (Bergnomade) im Dhofar-Gebirge

    Djebali © Konstanze Pfeiffer

     
    Mein Wohnort Salalah ist mit keinem meiner vorherigen Aufenthaltsorte im Ausland vergleichbar. Aber das habe ich vorher gewusst, war ja oft genug auf Besuch hier. Mit der Zeit lerne ich die Einwohner und ihre Sitten besser kennen, z.B. die Bergnomaden.

    Selbst Omaner aus Muscat finden, dass Salalah und die gesamte (südliche) Provinz Dhofar nicht viel mit dem Rest Omans gemeinsam haben. Da ich in Muscat nur als Tourist war und das Alltagsleben kaum kenne, kann ich dazu im Moment nicht viel sagen. Was die Kultur und Geschichte Dhofars betrifft, gibt es jedoch viele Besonderheiten, die die Provinz einzigartig machen: Ihre Einwohner hatten engen Kontakt zum Jemen, denn sie waren vom Norden Omans abgeschnitten.  Ihr ausgeprägtes Streben nach Unabhängigkeit äußerte sich immer wieder in heftigen Aufständen – bis Sultan Qaboos das Land nach 1970  einigte und die Region zur Ruhe kam.

    Und dann kommt natürlich das Klima-Phänomen hinzu: Wenn der Norden Omans im Sommer unter extremen Temperaturen von oft über 50 Grad leidet, ist es rund um Salalah und an den Berghängen des Dhofar-Gebirges wohltemperiert bei ca. 25-28 Grad. Für die willkommene Abkühlung sorgt der Khareef (Sommermonsun), der der Region Regen bringt und die kargen Berghänge ergrünen lässt. Fotos mit schwarzweiß-gefleckten Kühen auf sattgrünen Bergwiesen könnten genauso gut aus Bayern stammen …

    Bis heute unterscheiden sich die Djebali (Bergnomaden, die aber zum größten Teil inzwischen sesshaft geworden sind) aufgrund ihrer noch traditionelleren Lebensweise von ihren anderen Landsleuten. Sie sind ausgesprochen freundlich, aufgeschlossen und neugierig, aber auch sehr stolz. Obwohl sie noch konservativer leben als viele andere Omaner und z.B. einer fremden Frau niemals die Hand geben würden, interessieren sie sich sehr für das Leben der Ausländer, auch wenn sie es in vielen Punkten nicht verstehen. Mit besonders großem Stolz berichten sie von ihren Kamelen. Schon die jungen Djebali besitzen mehrere Kamele, die sie exklusiv für ihr Handydisplay fotografiert haben und gerne jedem zeigen.

    Die Zusammenarbeit mit ihnen ist jedoch manchmal nicht so ganz einfach, finde ich. Sie haben ihren Kopf für sich und setzen die Prioritäten etwas anders als im Geschäftsleben üblich. Nichtsdestotrotz tun sie auch das mit viel Charme und Freundlichkeit, sodass man ihnen kaum böse sein kann.

     

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