Die besten Tipps für Südamerika-Einsteiger

Südamerika? Für viele ist dieser facettenreiche Erdteil immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wer ein paar Hinweise beherzigt, fühlt sich hier aber schnell heimisch.

Neben den Klassikern Chile, Argentinien und Peru stehen inzwischen auch wieder andere Reiseziele in Südamerika auf der Wunschliste der Deutschen. Das mag zum Einen an der vielerorts gestiegenen Sicherheit liegen, zum Anderen ist es aber auch die positive Presse, die durch die rasante wirtschaftliche Entwicklung einiger südamerikanischer Staaten entstanden ist.

Jahrelang schienen diese Länder für viele deutsche Touristen gar nicht mehr zu existieren. Wenn es überhaupt Schlagzeilen gab, dann negative – was die Popularität der Destinationen nicht gerade steigerte. Das ändert sich jetzt. Viele Reiseveranstalter haben sogar das lange von Gewalt und Drogenkriegen gebeutelte Kolumbien wieder in ihr Programm aufgenommen.

Nicht nur Pauschaltouristen, sondern auch immer mehr Rucksackreisende entdecken nun diesen faszinierenden Kontinent, der gerade aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist. Wenn man ein paar „Spielregeln“ beachtet, sind die meisten Gegenden einfach zu bereisen und der Aufenthalt garantiert viel Spaß und einmalige Erlebnisse.

1. Horrorgeschichten mit Vorsicht genießen

Eigene Erfahrungen machen

Ja, so sicher wie München ist keine südamerikanische Großstadt – aber auch kaum eine europäische. Doch das bedeutet nicht, dass Überfälle in Südamerika an der Tagesordnung sind. Geschichten von Mord und Totschlag sollte man immer in die richtigen Relationen setzen: Was passierte wo und wie waren die Umstände? Wenn in Marseilles oder Nizza Touristen beklaut werden, heißt das auch nicht automatisch, dass dies landesweit so üblich ist.

Wichtig ist, vor Ort auf die Hinweise und Warnungen der Einheimischen zu hören. Sie wissen meist gut Bescheid, welche Stadtteile und Gegenden Touristen unbesorgt besuchen können oder wo und wann man ein bisschen aufpassen muss.

Die meisten Südamerikaner sind sehr hilfsbereit und freundlich. So sollte man nicht beleidigt sein, wenn man zum Beispiel in Buenos Aires auf der Straße angesprochen wird, dass der vollgestopfte Tagesrucksack zum Diebstahl einlädt. Oder wenn in Rio der Hinweis eines Passanten kommt, Stadtplan und Kamera nicht offen durch die Straßen zu tragen und sich somit gleich als Tourist zu outen.

Niemand sollte sich also seine Reise durch Horrorgeschichten anderer vermiesen lassen. Dann lieber erst einmal eine Gruppentour mit einem landeskundigen Reiseleiter buchen, um sich in Ruhe vor Ort umzuschauen und ein Gefühl für die fremden Kulturen zu bekommen, als sich seinen Traum nicht zu erfüllen.

2. Das richtige Einsteigerland finden

Die Vielfalt bewusst für sich nutzen

Hier kommt es auf die Interessen und Erwartungen des Einzelnen an. Wer sanft einsteigen will, sollte sich für Argentinien oder Chile entscheiden. Diese beiden Länder sind von ihren europäischen Einwanderern stark geprägt worden. Südamerika-Neulinge fühlen sich bei der Ankunft in Buenos Aires sofort ein bisschen heimisch – und erst recht im chilenischen Seengebiet, wo noch etwas Deutsch gesprochen wird.

Die fantastische Natur der beiden Staaten mit Tropenwäldern, Wüste und ewigem Eis ist ein weiterer Grund, Chile und Argentinien auf der Prioritätenliste der Reiseziele weit nach oben zu setzen.

Alle, die es gleich etwas „exotischer“ mögen und eine Portion Abenteuerlust mitbringen, sind in den Andenstaaten Peru, Bolivien und Ecuador mit ihrer vielfältigen Natur und reichem kulturellen Erbe richtig. Auf den bunten Märkten geht es lebendig zu, auf den Volksfesten wird ausgelassen gefeiert – und ab und zu kann es auch zu einem Handgemenge kommen.

Man muss aber auch darauf vorbereitet sein, Elend zu sehen, vor allem in Bolivien, dem ärmsten Land Lateinamerikas. Obwohl die meisten Menschen sehr ehrlich sind, ist Kriminalität vor allem in den Touristenzentren ein Thema. Man sollte sich entsprechend vorsichtig verhalten.

Auch Kolumbien kann wieder bereist werden – wenn man zum ersten Mal in Südamerika ist, am besten in der Gruppe. Dieses landschaftlich vielfältige, gastfreundliche Land hat in den letzten Jahren viel getan, um die Sicherheit zu erhöhen. Alle Probleme sind noch nicht gelöst, aber die Kriminalität in den Städten und an den Touristenorten ist zurückgegangen.

Brasilien-Freunde, die zum ersten Mal in diesen riesigen Staat reisen, schließen sich am besten auch einer Gruppe an. So bekommen sie ein Gefühl für Land und Leute, fühlen sich sicherer und können viele Orte in kurzer Zeit besuchen.

Erfahrene Touristen mit Kenntnissen in Portugiesisch, die auf eigene Faust reisen wollen, werden bei entsprechender Vorbereitung und Umsicht viel Spaß in diesem gigantischen Land mit seinen lebensfrohen Menschen haben.

3. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Sich vor Ort selbst helfen können

Wer sich gut auf seine Reise vorbereitet, ist auf der sicheren Seite. So bietet die Website des Auswärtigen Amtes viele Infos zum entsprechenden Land und widmet sich ausführlich dem Thema „Sicherheit“.

Die deutsche Botschaft und Konsulate vor Ort sind meist sehr hilfsbereit und beantworten gern zusätzliche Fragen. Die entsprechenden Landesbotschaften in Deutschland können Probleme hinsichtlich der erforderlichen Reisedokumente klären.

Unter „Einreisebestimmungen“ gibt das Auswärtige Amt außerdem qualifizierte medizinische Hinweise – so wie auch Reisemediziner und Tropeninstitute. Da zum Beispiel Gelbfieber in tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas endemisch ist, sollte man sich unbedingt dagegen impfen lassen. Einige Länder wie Paraguay und Bolivien verlangen bei der Einreise ein gültiges Gelbfieber-Impfzertifikat.

In Sachen Finanzen stellt sich die Frage, wohin die Reise geht. In einigen Ländern ist es schwierig, mit Reiseschecks zu bezahlen – in anderen werden bestimmte Kreditkarten nicht akzeptiert.

In Brasilien passiert es häufiger, dass ausländische Karten nur bis zu einer kleinen Summe in den Geschäften angenommen werden. In Argentinien ist der erlaubte Maximalbetrag an Geldautomaten nicht sehr hoch. Für diese Fälle muss man einen Plan B haben, um im Ernstfall schnell an Bargeld kommt.

Auch ganz wichtig: Eine Liste mit Notfallnummern (Bank, deutsche Botschaft, Feuer- und Unfallnotruf, Streifendienst, Touristennotrufnummer der entsprechenden Länder und ähnliche Nummern) gehört ins Reisegepäck. Bei längeren Aufenthalten lohnt es, sich nach Telefonkarten des entsprechenden Landes zu erkundigen, um vom Handy aus kostengünstig zu telefonieren und erreichbar zu sein.

4. Sprachen lernen

Hablamos español, falamos português

Vor allem Rucksacktouristen kommen nicht daran vorbei, vor Abreise Spanisch oder auch Portugiesisch für die Reise zu lernen. Obwohl in den Touristenzentren teilweise Englisch und im Süden Chiles auch etwas Deutsch gesprochen wird, ist das auf ganz Südamerika bezogen eher die Ausnahme. Sogar auf internationalen Flughäfen verstehen viele Mitarbeiter kaum Englisch.

Ohne diese Sprachen kommt man natürlich recht und schlecht auch durch, aber die Reise wird sehr mühsam und anstrengend. Man versteht wichtige Informationen falsch oder gar nicht, verpasst daraufhin den Zug oder die Tour, bezahlt im Taxi zu viel, weil man nicht handeln oder etwas erwidern kann, Wegbeschreibungen bleiben unklar – und man kann sich kaum mit Einheimischen unterhalten. Ganz zu schweigen von Notfällen, bei denen Informationen verständlich und schnell weitergegeben werden müssen.

Um Spanisch für die Reise zu lernen, gibt es viele Möglichkeiten. Neben privaten Sprachschulen, die recht teuer sind, bieten auch die Volkshochschulen diverse Kurse an. Wer keine Zeit dafür hat, aber ein bisschen diszipliniert ist, kann sich einen der vielen Selbstlernkurse kaufen oder Spanisch im Internet lernen.

Bei Portugiesisch sieht es vom Angebot her schlechter aus: Die Volkshochschulen bieten zwar einige Kurse an, aber wenn es zeitlich nicht passt, muss man doch zu einer privaten Sprachschule gehen, einen Selbstlernkurs kaufen oder online Vokabeln pauken. Für eine Brasilienreise sollte man brasilianisches Portugiesisch lernen, da man es dann vor Ort leichter hat, als mit der europäischen Variante.

5. Geld und Wertgegenstände im Auge behalten

Better safe than sorry

Trotz der höheren Kriminalität in Südamerika passiert den meisten Touristen überhaupt nichts. Das sei schon einmal vorangestellt. Aber Garantien gibt es nicht. Deshalb sind ein paar Vorsichtsmaßnahmen nicht verkehrt, damit die Reise zu einem positiven Erlebnis wird.

Wenn die Unterkunft vertrauenswürdig ist, sollte man seine Wertsachen und Schmuck lieber im Zimmer lassen und nur das nötige Bargeld oder eventuell eine Kreditkarte zum Stadtbummel mitnehmen. In manchen Ländern muss man sich ausweisen können, aber oft reicht auch eine Kopie des Passes.

Gerade in Großstädten wie Buenos Aires oder Santiago de Chile wecken Tagesrucksäcke und Handtaschen Begehrlichkeiten. Wenn es also möglich ist, lieber leicht reisen: Die Finanzen an verschiedenen Stellen eng am Körper verteilen, eine kleine Summe in die Hosentasche stecken und die Kamera so verstauen, dass man sie nicht gleich sieht.

Wer Geld abhebt – wenn möglich in Begleitung – sollte lieber einen Automaten in einer Bank oder einem Einkaufszentrum nutzen und die Umgebung im Auge behalten.

In Städten wie Rio sollte man noch leichter reisen, aber eine bestimmte Summe Bargeld für eventuelle Überfälle bereithalten. Die touristischen Plätze sind im Allgemeinen sehr sicher, doch außerhalb dieser Zonen lohnt es sich, manchmal lieber auf ein Foto zu verzichten, als unliebsame Bekanntschaften mit Gaunern zu machen. Wer gern eine Favela (Elendsviertel) besuchen möchte, kann dies tun – und zwar auf einer organisierten Tour.

Generell ist zu sagen: Solange die Geschäfte auf und die Straßen belebt sind, kann man sich ohne Bedenken auch nach Dunkelheit unters Volk mischen. Doch sobald die Innenstädte verwaisen, sollte man sich von dort fernhalten. Das gilt auch für einsame Straßenzüge tagsüber und nächtliche Spaziergänge in einsamen, schlecht beleuchteten Gegenden.

6. Mit etwas Umsicht sicher von A nach B reisen

Welches Transportmittel wann am meisten bringt

Die meisten U-Bahnen der Großstädte sind empfehlenswert und schnell, aber manchmal hoffnungslos überfüllt, was hier und da Taschendiebe anlockt. Für die Stadtbusse gilt das Gleiche, nur dass sie oft in dem chaotischen Verkehr steckenbleiben.

Was die Sicherheit betrifft, wissen die Einheimischen, welche Linien ohne Bedenken genommen werden können. Bei Vorstadtzügen muss man vorsichtiger sein, denn sie führen teilweise durch unsichere Gegenden.

Nachtschwärmer nehmen am besten ein Taxi zurück ins Hotel. Besonders sicher und empfehlenswert sind Funktaxis. Bei inoffiziellen Taxis sollte man dagegen aufpassen. Hat man hier ein komisches Gefühl, sollte man zumindest darauf bestehen, dass Koffer oder Rucksack auf der Rückbank und nicht im Kofferraum verstaut werden – und lieber vor dem Aussteigen noch einmal checken, ob man auch wirklich vor dem gebuchten Hotel steht, da sich einige Taxifahrer als Schlepper ihr Zubrot verdienen.

Bei längeren Distanzen hängt es auch vom Zeitrahmen und Geldbeutel ab, ob man das Flugzeug oder den meist komfortablen Reisebus nimmt. In Ländern wie Brasilien raten Einheimische dazu, lieber auf bestimmten Strecken in den Flieger zu steigen, da Reisende ab und zu von Wegelagerern ihrer Wertsachen entledigt werden. Auch auf der „Panamericana“ in Peru steigt seit einiger Zeit die Zahl der Überfälle auf Überlandbusse.

In Chile und Argentinien möchten viele aus den luxuriösen und sicheren Bussen, die sogar in der höchsten Kategorie nicht viel kosten, gar nicht mehr aussteigen. In der ersten Klasse isst und trinkt man gut und schläft in gemütlichen Schlafsesseln hervorragend. Nur die Busterminals sind fast überall in Südamerika etwas nervig: Wer nicht wie ein Luchs auf sein Gepäck aufpasst, reist dann wirklich sehr leicht.

Im Allgemeinen haben die Südamerikaner einen rasanten Fahrstil, was sich vor allem in den Andenländern negativ auf die Unfallstatistik niederschlägt. So weist Ecuador eine der höchsten Unfallraten Lateinamerikas auf, weil grundlegende Sicherheitsvorkehrungen oft nicht eingehalten werden. Da besonders Busse sehr häufig in schwere Unfälle verwickelt sind, rät das Auswärtige Amt von Fahrten in Überlandbussen in Ecuador ab.

Bei Fahrten im Mietwagen ist es wichtig, sich bei der Mietwagenstation, auf den Online-Seiten des Auswärtigen Amtes oder beim Konsulat zu erkundigen, welche Strecken bedenkenlos befahren werden können. In einigen Städten verriegelt man besser die  Autotüren und hält die Fenster geschlossen.

7. Ruhe bewahren in Notfällen

Schlimmeres zu vermeiden wissen

Wer wirklich auf offener Straße überfallen wird, sollte keinesfalls Widerstand leisten oder herumdiskutieren, sondern einfach Geld und Wertgegenstände herausgeben. Normalerweise reicht das den Banditen aus. Hat man allerdings gar nichts anzubieten, kann es schon etwas ungemütlich werden.

Deshalb lohnt es sich, immer eine kleine Summe Bargeld (aber nicht zu wenig – möglichst vor Ort nachfragen, was üblich ist) für diesen außergewöhnlichen Fall bereit zu halten.

Wenn der Überlandbus überfallen wird, verhält man sich am besten so wie die anderen Passagiere auch. Manchmal sind die Räuber unter Zeitdruck und schnappen sich einfach das, was im Rucksack oder der Tasche ganz oben liegt. Auch hier sollte man versuchen, die Kriminellen nicht zu reizen, um körperlich unbeschadet aus der Sache herauszukommen.

Bei Überfällen, Verhaftungen und anderen Notfällen müssen, neben der deutschen Botschaft, auch die entsprechenden Stellen des jeweiligen Landes benachrichtigt werden. Die Telefonnummern von Notruf, Polizei, Touristenpolizei, Ambulanz und so weiter sollte man parat haben.

In manchen Staaten, wie Peru, ist es außerdem ratsam, sich bei Polizei- und Militärkontrollen den Ausweis des Beamten zeigen zu lassen. Es könnte sich um Betrüger handeln.

8. Die Anden: Nicht auf eigene Faust wandern

Wichtiges für ein unbeschwertes Klettervergnügen

Südamerika ist ein Paradies für Abenteuerer und Outdoor-Freunde. Vor allem die Anden laden zum Klettern, Hiken und Trekking ein. Die längste Gebirgskette der Welt ist noch viel ursprünglicher als die Alpen, was einerseits ihren Reiz ausmacht, aber andererseits für Ortsfremde auch gefährlich werden kann.

Damit die Touren sicher verlaufen, sollten Wanderer ein paar Regeln beherzigen:

– Nie alleine in die Berge gehen, sondern sich größeren Gruppen mit ausgebildetem ortskundigen Bergführer anschließen

– Kondition und körperliche Konstitution nicht überschätzen und den richtigen Schwierigkeitsgrad wählen (viele Touren beinhalten lange Fußmärsche in schwierigem Gelände auf über 2500 Metern Höhe)

– Bei längeren Touren einem Bekannten in Deutschland den ungefähren Aufenthaltsort nennen und vor Ort eine Kontaktadresse in Deutschland hinterlegen

– Trekkingbedarf aus Deutschland mitbringen, da er in einigen Ländern Mangelware ist

– Vor der Wanderung Nachrichten verfolgen, da das Zielgebiet von Unwettern, Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen sein könnte

– An die richtige Kleidung denken: Nachts kann es auch in tropischen Breiten im Gebirge empfindlich kalt werden, tagsüber warm. Auch mit Regen muss gerechnet werden. Feste Bergschuhe mit gutem Profil sind selbstverständlich.

– Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und Hut nicht vergessen!

– Ausreichend Wasser trinken!

– Die Höhenkrankheit nicht unterschätzen

Noch einmal zur Höhenkrankheit – Niemand weiß vorher, ob es ihn trifft oder nicht. Man kann sich aber vorher ausreichend akklimatisieren und auf Alkohol verzichten. Wer Beschwerden wie starke Atemnot, Kreislaufbeschwerden spürt und sich schwach fühlt, trinkt einen anregenden Tee aus Cocablättern („Mate de Coca“ – keine Droge!). In Peru zum Beispiel soll es Medikamente gegen die Höhenkrankheit in jeder Apotheke zu kaufen geben.

Wenn die Symptome gar nicht besser werden, hilft nur noch: In tiefere Regionen absteigen.

9. Übernachtung: Wer zu spät kommt, zahlt zu viel

Richtig vorbereitet, sicher gebettet

In den südamerikanischen Ländern eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen, ist nicht schwer – wenn man ein paar Punkte beachtet. Während man in der Nebensaison ohne große Voranmeldung leicht ein Quartier findet, kann es zur Hochsaison problematisch werden. Es ist ratsam, in Touristenzentren lieber rechtzeitig ein Bett oder Zimmer zu buchen – wenn man nicht ein Vermögen für eine Bruchbude ausgeben will.

Adressen von Hotels und Gästehäusern findet man in einschlägigen Reiseführern oder im Internet. Die Häuser haben fast immer eine eigene Website, manchmal auch auf Englisch, und können online gebucht werden. Kleine Pensionen sind des Öfteren auf den Websites des jeweiligen Touristenortes vertreten, allerdings meist nur mit Telefonnummer. Wenn eine E-Mail-Adresse dabeisteht, sollte man sich nicht darauf verlassen, schnell Antwort zu bekommen. Es ist in jedem Fall besser, dort anzurufen.

Auch die Tourismusämter und der „South America Explorer Club“ halten Adresslisten mit Unterkünften bereit (wer hier Mitglied ist, bekommt Vergünstigungen). Ebenso kann man über Online-Reiseportale seine Zimmer buchen. Gerade bei Pauschalangeboten kann man mit etwas Glück ein Schnäppchen ergattern. Außerdem sieht man anhand der User-Bewertungen, was einen ungefähr erwartet.

10. Alles geht nicht

Nicht immer ist der Weg das Ziel

Wer individuell nach Südamerika reist, will oft alles machen: „Schnell mal von Chile aus über die Grenze nach Argentinien, dann nach Peru und Bolivien. Ach ja, Brasilien liegt ja auch gleich um die Ecke. Und dann noch ein bisschen Kolumbien einschieben.“ Raus kommt dabei, dass man mehr Zeit auf der Straße und in Flughäfen verbringt, als vor Ort.

Aber jedes Land ist individuell und hat landschaftlich und kulturell viel zu bieten. Um es besser kennenzulernen, braucht man Zeit und Muße.

Die Uhren ticken langsamer in Südamerika und nicht alles funktioniert nach Plan – man muss manchmal etwas Geduld mitbringen. Dazu kommt, dass die Entfernungen nicht unterschätzt werden dürfen. 100 Bus-Kilometer können in Brasilien Stunden dauern, da die Infrastruktur schlecht und der Verkehr in den Großstädten chaotisch ist. Auch Unwetter, Unruhen und Streiks können dem Vorhaben „Ganz Südamerika in 2 Wochen“ schnell ein Ende setzen.

Deshalb ist es besser, sich vorher zu informieren, was machbar ist. Natürlich kann man hier und da einen Abstecher einbauen (wie an den Iguazu-Wasserfällen von der argentinischen auf die brasilianische Seite überwechseln, von Buenos Aires aus für ein paar Tage nach Rio fliegen oder ins uruguayische Städtchen Colonia übersetzen).

Aber die Exkursionen sollten sich bei knapperem Zeitbudget in Grenzen halten – sonst hat man am Ende zwar viele Stempel im Pass, aber wenig Interessantes gesehen.

Konstanze Pfeiffer

 

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