Strände

Die traumhaftesten Strände Südamerikas

Türkisblaues Meer, Kokosnusspalmen, Puderzuckersand: Die Strände südamerikanischer Staaten brauchen sich vor Miami Beach, Porto Katsiki, Waikiki & Co. nicht zu verstecken.

Beim Landeanflug auf die brasilianische Küste bekommen sogar Strandmuffel große Augen: Der leuchtend gelbe Sandstreifen scheint kein Ende zu nehmen und sich in der Ferne zu verlieren. Sogar die Strände einiger brasilianischer Großstädte haben es zu Weltruhm geschafft. Zu ihren berühmtesten Vertretern gehören zweifellos die Copacabana und Ipanema in Rio de Janeiro.

Andere „Praias“ in Brasilien laden ebenfalls zum Baden und Relaxen ein, zum Beispiel die ausgedehnten weißen Traumstrände im Nordosten des Landes: Das klare Meerwasser hat Badewannentemperatur, die Natur ist unberührt. Oft begegnet man keiner Menschenseele. Auf Fernando de Noronha, 350 Kilometer vor der Küste, fühlt man sich schon fast wie im Paradies.

Neben Brasilien – mit rund 7.500 Kilometern Küstenlänge – bieten Kolumbien, Venezuela und Ecuador ebenfalls wunderschöne tropische Strände. Die südlicheren Länder Uruguay, Argentinien und Chile werden von den europäischen Touristen hauptsächlich wegen anderer Sehenswürdigkeiten – weniger wegen ihrer Strände – bereist, obwohl es hier auch viele mit ihren nördlichen Nachbarn aufnehmen können. Allerdings lassen die Wassertemperaturen teilweise etwas zu wünschen übrig.

1. Ipanema, Rio de Janeiro, Brasilien

Girl from Ipanema

Wer kennt es nicht, das „Girl from Ipanema“? So schön wie das Lied von Antônio Jobim und Vinícius de Moraes ist auch der Strand mit grandiosem Blick auf Zuckerhut und Corcovado. Kenner meinen, dass er inzwischen angesagter ist als die Copacabana. Strand und Wasser sind nicht nur sauberer. In Ipanema tummelt sich auch der Jet-Set von Rio, denn das gleichnamige Stadtviertel gehört zur gehobenen Kategorie. Mit seinen schicken Boutiquen, Bars (zum Beispiel für Bossanova-Liebhaber: „Vinícius Piano Bar“), Nachtklubs und Restaurants wirkt es eleganter als die Copacabana. Hotels findet man hier allerdings weniger.

Ipanema (was in der Tupí-Sprache „aufgewühltes Wasser“ bedeutet) macht seinem Namen alle Ehre: Der Ortsteil Arpoador, zwischen Ipanema und Copacabana gelegen, steht bei den Surfern wegen seiner konstanten Brandung hoch im Kurs. Beim Baden heißt das in Ipanema generell: etwas Vorsicht. Man sollte wegen der teilweise starken Strömung und des Sogs nur dort schwimmen, wo auch die Cariocas (Einwohner von Rio) unterwegs sind.

Der Strand ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt. So findet man am Posto Nove (Posten neun) die tollsten und gebräuntesten Körper der City, aber auch den „Cemetério dos Elefantes“ („Friedhof der Elefanten“) mit ein paar in die Jahre gekommenen Hippies und Künstlern. Am Strandabschnitt „Bolsa de Valores“ („Wertpapierbörse“) oder „Crystal Palace“ treffen sich Homosexuelle, am Posto Oito (Posten acht) tummeln sich die Kids aus den Armenvierteln, den Favelas.

In Ipanema tobt das Leben, und besonders am Wochenende sollte man sich zeitig ein Plätzchen sichern. Sonnenanbeter liegen dicht an dicht, Kinder tollen herum, es wird Volleyball und Fußball gespielt. Verhungern und verdursten tut niemand. Dafür sorgen die vielen Strandverkäufer und Strandbars.

2. Fernando de Noronha, Brasilien

Wo die Delphine Urlaub machen

Dieser aus 21 Inseln bestehende Archipel auf nur 26 Quadratkilometern gehört zu den Top-Reisezielen Brasiliens. Hier braucht man neben Sonnencreme und Hut vor allem viel Platz auf seinen Kamera-Speicherkarten, da man aus dem Fotografieren nicht mehr herauskommt. Nicht nur die tropischen Strände mit kristallklarem Wasser, sondern auch die Vielfalt an Meerestieren wie Schildkröten, Wale, Haie und viele andere Fischarten machen diese Inseln so einzigartig. Zum Schutz des empfindlichen Ökosystems wurde 1988 der Meeresnationalpark „Parque Nacional Marinho de Fernando de Noronha“ gegründet.

Der Tag beginnt mit einem einzigartigen Schauspiel: In der Baía dos Golfinhos (Delfinbucht) versammeln sich Hunderte von Delfinen, die durch die Fluten springen und sich drehen. Es ist die größte Ansammlung von Delfinen weltweit. Am Strand „Praia de Atalaia“, wo eine Platte aus Vulkangestein weit ins Meer hineinragt, schießen bei Ebbe in den Becken bunte Tropenfische hin und her.

In der Baía do Sueste (Südostbucht) kann man im Rahmen eines Naturprojektes mit Meeresschildkröten schwimmen. Wer tiefer in die faszinierende Unterwasserwelt hinabtauchen will, ist im Meeresnationalpark genau richtig: Aufgrund der idealen Bedingungen wurde er zum besten Tauchgebiet Brasiliens gekürt. Auch in Sachen Surfing liegt Noronha vorn: Zwischen Dezember und März gehört die Inselgruppe zu den besten Surfgebieten Brasiliens.

Bei den Stränden setzen sich die Superlative fort: Die Baía de Sancho gilt für viele als schönster und einsamster Strand Noronhas. Und sie lässt die Herzen aller Schnorchel-Fans höher schlagen, denn in dem türkisblauen, kristallklaren Wasser schwimmen unzählige schillernde Tropenfische.

Die anderen Strände des Archipels sind jedoch nicht weniger sensationell. Eingerahmt von eindrucksvollen Felsformationen, ist das Wasser von gleicher Farbe und Qualität, der Sand genauso fein und das Klima ebenso perfekt wie an der Baía de Sancho. Obwohl man kaum eine Rangliste der schönsten Strände Noronhas festlegen kann, glauben einige Besucher der Inseln, dass sich Sancho mit dem Praia do Leão (Löwenstrand) und der Baía dos Porcos (Schweinebucht) das Siegertreppchen teilen sollte.

3. Jericoacoara, Ceará, Brasilien

Sanfte Dünen, azurblaues Meer

Jericoacoara im Nordosten Brasiliens ist besonders bei Honeymoonern sehr beliebt. Die Kulisse könnte direkt einem Liebesfilm entnommen sein: tropische Traumstrände mit Puderzuckersand lassen die Zeit vergessen, Kokospalmen wiegen sich sanft im Wind, das Wasser ist kristallklar und angenehm warm.

„Jeri“ liegt inmitten eines eindrucksvollen Wanderdünengebietes, das sich bis zu 20 Kilometer ins Landesinnere ausdehnt und 2002 zum Nationalpark erklärt wurde. Wind- und Kite-Surfer sowie auch Segler besuchen die Strände dieser Gegend besonders gern zwischen Ende Juli und Ende Dezember: Mit seinen starken Winden gehört das Gebiet zu den besten Revieren der Welt und bietet optimale Segel- und Surf-Bedingungen.

Das einstmals verschlafene Fischerdorf Jericoacoara (der Name bedeutet in der Tupí-Sprache „Höhle der Schildkröten“) besteht aus fünf Sandstraßen und einfachen Häusern. Für die Touristen wurde eine geeignete Infrastruktur geschaffen, Unterkünfte und Restaurants gebaut. Bei Ausflügen in und um Jeri kann man zum Beispiel mit dem Sandbuggy die tolle Dünenlandschaft entdecken oder zu den pittoresken Lagunen fahren.

Die beiden schönsten Lagunen, Lagoa Azul (blaue Lagune) und die Lagoa Paraíso (Paradieslagune), liegen 20 Kilometer vom Dorf entfernt. Ein weiteres Highlight bildet der Pedra Furada (löchriger Fels): Der von den Wellen ausgehöhlte Basaltfelsen gilt als Wahrzeichen von Jericoacoara. Zwischen Juni und September erlebt man durch die Felsöffnung einen klasse Sonnenuntergang; die Düne „Pôr do Sol“ steht für tolle Sonnenuntergänge sogar ganzjährig zur Verfügung.

Wer sich auf dem Landweg nach Jeri begibt (normalerweise startet man im rund 350 Kilometer entfernten Fortaleza), kann den Überlandbus oder Pkw nehmen. Die Straßen sind inzwischen recht gut in Schuss. Allerdings braucht man für die letzten 30 Kilometer ab Jijoca ein Allradfahrzeug. Am komfortabelsten, aber auch teuersten ist die Anreise per Hubschrauber.

4. El Agua, Isla Margarita, Venezuela

Palmen, Sonne, Sand und Meer

Bei rund 28.00 Kilometern venezolanischer Karibikküste ist es nicht einfach, die absoluten Favoriten herauszufiltern. Doch die „Isla de Margarita“ spielt mit Sicherheit in der obersten Liga mit. Diese „Perle der Karibik“ ist die größte und meistbesuchte Insel Venezuelas. Hier ist fast nichts von den wirtschaftlichen Problemen des Landes zu spüren. Und es gibt viele Luxusressorts sowie gehobene Gastronomie, was Margarita vor allem bei zahlungskräftigen Venezolanern und ausländischen Touristen sehr beliebt macht.

Margarita bietet über 165 Kilometer feine Sand- und Muschelstrände, malerische Steilküsten, grüne Lagunen, Mangrovenwälder und Buchten voller Palmen. Neben klangvollen Namen wie „La Playa“, „Gasparico“ und „Playa Caribe“ hat es der „Playa El Agua“ (im Nordosten der Insel) zu Weltruhm gebracht. Er gehört nicht nur zu einem der beliebtesten Strände Venezuelas, sondern ganz Südamerikas.

An dem von Palmen gesäumten vier Kilometer langen weißen Sandstrand kommt Barcardi-Feeling auf. Die wunderschöne Umgebung in Kombination mit den freundlichen, lebenslustigen Margariteños und lateinamerikanischen Rhythmen im Hintergrund macht den Urlaub zu einem perfekten Erlebnis.

Playa El Agua ist touristisch gut erschlossen. Hier gibt es die meisten Hotels, Gästehäuser und Ressorts der Insel. Sogar Präsidenten sollen sich in Playa El Agua schon ihre Ferienvillen haben bauen lassen. Fast jede Art von Wassersport ist möglich. Das Meer ist badewannenwarm, wobei Schwimmer auf gefährliche Strömungen aufpassen sollten. In den vielen kleinen Bars und Restaurants können die Gäste exotische Speisen und Drinks in tropischer Umgebung genießen. Oder wie wäre es mit einem Sundowner auf einer Segeljacht?

5. Praia do Forte, Bahia, Brasilien

Unzählige Möglichkeiten

Praia do Forte an der Costa dos Coqueiros (Kokospalmenküste) ist der ideale Ort, um ein paar Tage Urlaub zu machen, ein faules Wochenende zu genießen oder sich vom Karneval zu erholen. Er liegt nur 80 Kilometer von Salvador entfernt und ist leicht per Auto oder Bus erreichbar.

Die Infrastruktur des ehemaligen Fischerdorfes lädt mit Hotels, Gästehäusern, Restaurants, Bars und Geschäften zum längeren Verweilen ein, und es gibt sogar eine historische Sehenswürdigkeit in der Nähe: die Ruinen einer mittelalterlichen Burg – der wohl einzigen in Brasilien.

An dem weitläufigen tropischen Strand findet jeder, was er sucht: Kinder bauen Sandburgen, planschen in den Naturschwimmbecken und bestaunen beim Schnorcheln die farbenfrohen Fische. Gestresste Städter unternehmen lange Strandspaziergänge oder ruhen sich im Schatten der Kokospalmen aus. Einige picknicken im feinen weißen Sand, spielen Fußball, Volleyball oder Frisbee.

Eine Riesenattraktion direkt am Strand ist das Naturprojekt TAMAR, das sich um den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten bemüht. Fünf verschiedene Arten legen an diesem Strandabschnitt ihre Eier ab, die durch die Wärme der Sonne ausgebrütet werden. Auf dem Gelände kann man sich über die Projektarbeit, das Leben und den Schutz der Schildkröten und anderer Meeresbewohner (zum Beispiel kleiner Haie) informieren und diese natürlich auch live bewundern.

Zwischen Juli und Oktober organisieren lokale Reisebüros auch Walbeobachtungstouren. Bevor es an Bord geht, klären Biologen die Teilnehmer über die Lebensweise und Gewohnheiten dieser Säugetiere im maritimen Ökosystem auf. Wer abends noch genug Energie hat, kann in einer der vielen Bars Caipis schlürfen, zum Konzert an den Strand oder ins Restaurant gehen, wo einheimische und internationale Speisen angeboten werden.

6. Copacabana, Rio de Janeiro, Brasilien

Mitten in der Metropole

Einmal an die „Copacabana“ – wer träumt nicht davon? Diesem berühmten halbmondförmigen Strand im Herzen von Rio wurden unzählige Lieder, Bilder und Bücher gewidmet. Besonders in den 1930er- bis in die 50er-Jahre tummelte sich hier alles, was Rang, Namen und Geld hatte.

Der gleichnamige Stadtteil soll nach dem bolivianischen Wallfahrtsort Copacabana am Titicacasee benannt worden sein, aus dem Marien-Kunstwerke eingeführt wurden. Bei der Bedeutung des Namens scheiden sich die Geister. Einige glauben, er bedeute in einer Indiosprache „Sicht auf den See“, andere bringen ihn mit einer frühzeitlichen Wassergottheit in Verbindung.

Heute leben in dem dicht besiedelten Stadtteil über 300.000 Menschen; die Hochhäuser sind nur durch eine Straße von dem großartigen Strand getrennt. Und der ist ein Ort der Superlative: Hier flanieren die hübschesten Mädchen in den knappsten Bikinis, hier flirten die gebräuntesten Körper, hier lassen die muskulösesten Männer ihre Muskeln spielen. Nachts wird der Strand von Flutlicht erhellt.

An der Copacabana ist was los, egal zu welcher Uhrzeit. Bei Straßenfesten, auf Paraden, Konzerten, beim Karneval oder an Silvester wird gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe. Wem der Trubel zu viel wird, kann auf eines der vielen guten Restaurants ausweichen, in eine Bar, ins Theater oder Kino gehen. Am Strand schlafen muss niemand, denn es gibt in dem Stadtteil über 70 Hotels.

Aber auch Sportler kommen an der Copacabana auf ihre Kosten. Neben Wassersport können sie auf der Strandpromenade radeln, rollerskaten oder joggen. Besonders morgens und abends sind viele Athleten und solche, die es werden wollen, unterwegs. Denn wer sich mit einem Hauch aus Nichts am Strand zeigen will, muss sich erst einmal Modelmaße antrainieren. Das gilt auch für die brasilianischen Männer, die nicht weniger eitel sind als die Mädels.

7. Playa Blanca, Cartagena, Kolumbien

Die Seele baumeln lassen

So wie in Brasilien und Venezuela ist es auch in Kolumbien schwer, die schönsten Strände herauszupicken. Man hat die Qual der Wahl bei circa 32.00 Kilometern Küste (über 1.700 Kilometer an der Karibik). Doch Playa Blanca mit seiner Bilderbuchkulisse aus schneeweißem Sand, türkisblauem Meer und jeder Menge Palmen gehört sicherlich zu den beliebtesten Stränden Kolumbiens.

Nur 20 Kilometer von Cartagena entfernt, auf der Insel Barú gelegen, ist der Ort auch ein beliebtes Ziel für Tagesgäste, die mit dem Schiff ankommen. Mit den Touristen verlassen zig fliegende Händler die Boote, und so werden plötzlich am Strand alle Arten von Waren und Services angeboten, unter anderem Massagen. Sobald die Boote wieder ablegen, wird es ruhiger in Playa Blanca.

Um dieser Hektik zu entgehen und das Maximum aus seinem Aufenthalt herauszuholen, sollte man mehrere Tage an diesem Traumstrand einplanen. Übernachten ist kein Problem, denn man kann sich in einfachen Unterkünften einquartieren oder auf dem Campingplatz Hängematten mieten. Und was ist schöner, als von Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Wellen aufzuwachen anstatt vom Rasseln des Weckers?

Wer irgendwann doch vom Faulenzen am Strand genug hat, begibt sich mit seiner eigenen oder gemieteten Schnorchelausrüstung auf Entdeckungsreise: In der Nähe des Strandes liegt ein Korallenriff, in dem sich Unmengen bunter Fische tummeln. Abends liegt dann frischer Fisch auf dem Teller, der in den Restaurants üblicherweise mit Reis serviert wird.

8. Rodadero, Santa Marta, Kolumbien

Hier ist was los!

Lebhafter als in Playa Blanca geht es in Rodadero zu, wo Wohn-Hochhäuser, Hotels, Restaurants, Discos und Bars den breiten Strand säumen. Der populäre Badeort hat nämlich neben seinem schönen Beach auch ein reges Nachtleben zu bieten. Hunderte von kolumbianischen Familien verbringen die Wochenenden und Urlaube hier, was die Preise zu diesen Terminen in die Höhe treibt.

Doch die Mehrausgaben lohnen sich: Die Strände sind zwar voll, aber sauber, das Wasser klar und erfrischend. Baden ist gefahrlos möglich; fast jede Art von Wassersport kann betrieben werden. Um sich nicht in der glühenden Sonne zu verbrennen, mieten sich mehre Personen zusammen einen Sonnenschutz „made in Rodadero“: Stoffbahnen auf einem Stangengerüst.

Wer es etwas ruhiger mag, sollte an die Playas Salguero und Inca fahren, die in der Nähe von Rodadero liegen. Da diese Strände noch nicht so erschlossen sind, werden sie von vielen Touristen gar nicht beachtet. Mit anderen Worten: In der Nebensaison hat man hier mit etwas Glück den ganzen Karibikstrand für sich allein.

Am späten Nachmittag heißt es beim Spaziergang auf der Promenade: „sehen und gesehen werden„. Überall sind heiße Salsa-Rhythmen zu hören, die die Touristen auf die langen Nächte einstimmen. Und da wird dann richtig Party gemacht. Entweder mit der ganzen Familie und einer gemieteten Band am Strand, wo gesungen, getanzt, gegessen und getrunken wird. Oder in den Bars, Discos und Nachtklubs von Rodadero.

9. Los Frailes, Machalilla Nationalpark, Ecuador

Weitgehend unberührt

Der „Parque Nacional Machalilla“ erstreckt sich entlang der Pazifikküste. Er schützt ein Areal stark bedrohter tropischer Trockenwälder und rund 200 Vogelarten. Außerdem gehören ein Nebelwald, ein paar kleinere und zwei größere Inseln – die Isla Salango und Isla de la Plata (benannt nach dem sagenumwobenen Silberschatz, den Sir Francis Drake dort angeblich hinterließ) – zu dem Gebiet.

In der Trockenzone des Parks, zwischen den hellen Sandsteinfelsen der Küste, liegen die drei herrlichen Strände von Los Frailes. Obwohl sie sehr abgelegen sind und auch nicht mit Schatten spendenden Kokosnusspalmen aufwarten können, werden sie zu den Top-Stränden Ecuadors gerechnet.

Der fünf Kilometer lange, in einer ruhigen Bucht gelegene Hauptstrand Los Frailes eignet sich am besten zum Baden. Da kaum etwas von Menschenhand verändert wurde, ist er auch heute noch ein naturbelassener wunderschöner Strand mit feinem grauweißem Sand.

Nördlich davon befindet sich der Bilderbuch-Beach La Tortuguito, dessen starke Strömung für Schwimmer allerdings gefährlich werden kann. Das kleine Inselchen „Islote la Tortuguita“ kann man bei Ebbe zu Fuß erreichen. La Playita, der Dritte im Bunde, liegt in einer kleinen Sandbucht. Die Steilküste an dieser Stelle schimmert teilweise orange und ist perfekt für alle, die sich einfach nur ausruhen und entspannen wollen.

Auf alle Fälle sollte man genug Wasser, Snacks und vor allem auch Sonnencreme und -hut mitnehmen, da man an diesen Stränden nichts kaufen kann. Playa de los Frailes ist mit dem Pkw erreichbar. Wer kein Auto hat, muss vom Eingang des Nationalparks aus noch knapp drei Kilometer bis zum Hauptstrand laufen.

10. La Piscina, Nationalpark Tayrona, Santa Marta, Kolumbien

Riffe schützen vor der Strömung

Das tropische Dschungelgebiet, in dem bis zum 16. Jahrhundert die Tayrona-Indianer lebten, ist einer der beliebtesten Parks Kolumbiens. Er liegt am Fuße der Sierra Nevada de Santa Marta an der Karibikküste. Hier befinden sich neben anderen Attraktionen einige der malerischsten Strände Südamerikas.

Tief in Buchten versteckt, sind sie für viele Touristen Besuchsgrund Nummer eins. Schatten spendende Kokospalmen sorgen dafür, dass sich der Sonnenbrand der Gäste in Grenzen hält. Allerdings kann man an den meisten Stränden wegen der gefährlichen Strömungen nicht schwimmen. Einige Strände werden von Korallenriffs geschützt, was Schnorcheln und Scuba-Diving möglich macht.

Ein Strand, an dem Baden erlaubt ist, ist „La Piscina“. In diesem Natur-Schwimmbad mit kristallklarem warmem Wasser macht Schnorcheln so richtig Spaß. Bunte Fische schießen zwischen den Korallen hin und her, ein Unterwasserweg führt durch Korallenwälder und Seegras. „La Piscina“ ist circa 20 Gehminuten von Arrecifes entfernt. Fast alle Wege führen an der Küste entlang; ab und zu muss man über größere Steine klettern, aber kann sich dann auch einmal im Schatten einer Palme etwas abkühlen. Läuft man vom Haupteingang Cañaveral die gesamte Strecke zum Strand, braucht man ungefähr 2,5 Stunden.

Tagsüber verkaufen Einheimische Snacks, Süßigkeiten und Früchte am Strand, aber es gibt keine Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe. Wer länger in der Gegend bleiben will, findet in Cabo San Juan ein Restaurant, einen Campingplatz und genug Hängematten, um sein Haupt zu betten.

Konstanze Pfeiffer

 

Print Friendly, PDF & Email