• Lateinamerika: Die gefährlichsten Städte

    Gepostet am 1. Februar 2015 von Konni zu Brasilien, Kolumbien, Lateinamerika, Mexiko, Unterwegs in ....
    Die gefährlichsten Städte Lateinamerikas

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    Die gefährlichsten Städte der Welt liegen in Lateinamerika. Drogenbanden verbreiten dort Angst und Schrecken, die Mordraten sind so hoch wie sonst nirgendwo. Jeden Tag verlieren Menschen ihr Leben.

    Besonders das mittelamerikanische Honduras hat in den letzten Jahren traurigen Ruhm erlangt: Aufgrund der hohen Gewaltbereitschaft gehört es inzwischen zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Dort hat die Kriminalität laut Auswärtigem Amt ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Aber auch Venezuela macht Negativschlagzeilen wie nie zuvor.  In der Hauptstadt Caracas sind Straßenkriminalität, Entführungen und Erpressungen an der Tagesordnung.

    Die Kriminalität verlagert sich

    Brasilien ist ebenfalls weit oben in dieser negativen Top-Ten-Liste vertreten – doch nicht etwa mit  den üblichen Verdächtigen São Paulo, Recife oder Rio, sondern mit den Touristen-Eldorados Maceió und Fortaleza sowie mit der bis vor kurzem noch als sicher geltenden Stadt João Pessoa – allesamt Großstädte im Nordosten des Landes. Auch in Mexikos tropischem Badeort Acapulco geht es zurzeit alles andere als paradiesisch zu: Hier bekämpft sich die Drogenmafia auf offener Straße; es kommt immer wieder zu Schießereien, was die City zur gefährlichsten Mexicos machte. Damit liegt sie sogar vor Ciudad Juárez, die jahrelang zu den gewalttätigsten Städten der Welt gehörte. Doch es gibt auch Hoffnung: Inzwischen hat sich die Lage in Juárez etwas entspannt und auch in Acapulco wird fieberhaft an einem Sicherheitskonzept gearbeitet.

    Nicht vom Reisen abschrecken lassen!

    Trotz dieser erschreckenden Fakten sollte man sich vor Augen führen: Neben diesen gefährlichen Städten bieten die riesigen Länder Mexiko und Brasilien auch viele interessante, sichere Orte. Diese liegen Tausende Kilometer vom Verbrechen entfernt und kennen Drogenkriege nur aus dem Fernsehen. Und in einigen Großstädten ist die Gefahr nicht in jedem Viertel gleich groß. Deshalb sollte man lieber von vornherein bestimmte Gegenden meiden, sich aber nicht den Spaß am Reisen in Lateinamerika verderben lassen!

    Bei den folgenden zehn Städten handelt es sich nicht nur um die gefährlichsten Städte Lateinamerikas, sondern der ganzen Welt (in dieser Liste werden Städte in Kriegsgebieten nicht berücksichtigt):

    1. San Pedro Sula,  Honduras

      Mit 187  Morden auf 100.000 Einwohner (2013, Tendenz steigend) ist San Pedro Sula nicht nur die gefährlichste Stadt Lateinamerikas, sondern der ganzen Welt. Die mit zirka 753.000 Einwohnern zweitgrößte City von Honduras hat in Sachen Verbrechen sogar die berüchtigte Ciudad Juárez überholt (wobei sich da die Experten aufgrund der hohen Mord-Dunkelziffer in Juárez streiten).

      Dabei stand die honduranische Großstadt in der Vergangenheit mit ihren Sehenswürdigkeiten und als Ausgangspunkt zur Maya-Ruinenstätte Copán und in den Nebelwald auch bei Touristen hoch im Kurs. Doch in San Pedro Sula, wo extreme Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit die Kriminalitätsrate weiter in die Höhe treiben, regiert jetzt das Verbrechen.

      Jugendbanden besonders brutal

      Vor allem bewaffnete Jugendbanden („Maras“) verbreiten mit Mafia-Methoden Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Viele Einwohner tragen inzwischen zu ihrem eigenen Schutz eine Waffe. Die Maras und andere Kriminelle verdienen ihr Geld mit Prostitution, Drogenhandel, Waffengeschäften, Erpressungen und Diebstahl. Bewaffnete Raubüberfälle verlaufen besonders brutal; oft stehen die Täter unter Drogeneinfluss. Ein Menschenleben ist nichts wert in dieser Stadt, auch Kinder geraten immer öfter zwischen die Fronten und sterben im Kugelhagel.

      Wer trotz dieser Gefahren nach San Pedro Sula reisen muss, sollte nachts nicht mehr das Haus oder Hotel verlassen. Auch ein kurzer Spaziergang kann schon tödlich enden. Busfahrten sind grundsätzlich zu vermeiden, da es zu Überfällen kommen kann. Auch bei Taxis ist Vorsicht angesagt: Am besten man steigt nur bei einem Taxifahrer ein, den man persönlich kennt.

    2. Caracas, Venezuela

      Wer in Caracas zur falschen Zeit am falschen Ort ist, bezahlt das oft mit dem Leben. Die Sicherheitslage hat sich seit dem Tod von Hugo Chávez Anfang 2013 weiter drastisch verschärft und die venezolanische Metropole zur gefährlichsten Hauptstadt Südamerikas werden lassen. Auch im Weltmaßstab liegt sie mit ihrer hohen Gewaltkriminalität weit vorn. Die ehemals berüchtigten Städte São Paulo und Medellin hat Caracas in Sachen Verbrechen schon lange überholt.

      Gefährlichste Hauptstadt Südamerikas

      In den Elendsvierteln an den Berghängen des Ávila-Gebirges im Osten und Westen der 3,2-Millionen-Stadt hat das organisierte Verbrechen die Oberhand. Machtkämpfe zwischen Drogengangs beziehungsweise Jugendbanden und ständiges Blutvergießen bestimmen den Alltag der Einwohner. Hier wird schnell geschossen und ohne mit der Wimper zu zucken getötet. Manchmal geht es dabei nur um ein geklautes Fahrrad, eine schlecht genähte Hose oder eine Tüte Popcorn. Wochenende für Wochenende werden von Kugeln zerlöcherte Leichen in die Pathologie der Hauptstadt eingeliefert. Montags veröffentlichen dann Fernsehen, Radio und Zeitungen die Mordraten vom Wochenende (normalerweise gibt es zwischen 90 und 150 Opfer). 2013 kamen auf 100 000 Einwohner 134 Morde.

      Viele machen für die schreckliche Sicherheitslage – neben sozialen und politischen Problemen – auch die Millionen illegaler Schusswaffen verantwortlich, die in Umlauf sind und mit denen hemmungslos alte Rechnungen beglichen werden. Schätzungsweise 90 Prozent aller Gewaltverbrechen bleiben unaufgeklärt. Das Auswärtige Amt empfiehlt, lieber woanders hinzufahren.

    3. Acapulco, Mexiko

      Abgeschlagene Menschenköpfe, bewaffnete Überfälle und mehr als 1 000 Morde im Jahr – sieht so das Paradies aus? Obwohl mexikanische Behörden die hohe Verbrechensrate in Acapulco herunterspielen, verspricht ein Aufenthalt im pazifischen Seebad derzeit bestimmt keine erholsamen Urlaubstage. So fielen im Jahr 2013 in Acapulco auf 100 000 Einwohner 113 Morde; der gesamte mexikanische Bundesstaat Guerrero war der gewälttätigste Mexicos.  Von Januar bis Oktober wurden dort fast 2000 Morde verzeichnet. Selbstverteidigungsgruppen, die regierungsunabhängig agieren, errichten nicht selten Straßensperren. Obwohl sie sich Touristen gegenüber nicht feindlich verhalten, sind sie als unberechenbar einzuschätzen.

      Krasser Niedergang

      Der Niedergang des Badeparadieses ist tragisch: Vor wenigen Jahrzehnten noch galt Acapulco als mondäner Ferienort, doch seit ein paar Jahren hat die Drogenmafia die Stadt in ihrem Würgegriff. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Menschen auf brutale Weise umgebracht werden. So findet man nicht selten enthauptete Männer auf Bürgersteigen oder  Tote in Taxis. Es kommt zu Anschlägen auf Shopping Center, Bränden und Feuergefechten zwischen Bandidten und Sicherheitskräften. An manchen Wochenenden liegen plötzlich in verschiedenen Stadtteilen verstümmelte Leichen auf der Straße.

    4. Cali, Kolumbien

      Eigentlich sollte ein Besuch in Cali bei jeder Kolumbienreise mit auf dem Programm stehen. Besonders Tänzer werden in dieser Hochburg des Salsa ihren Spaß haben. Außerdem sollen hier die schönsten Frauen der Welt leben.  Doch leider kann man / frau den Aufenthalt nicht ungetrübt genießen, da Cali inzwischen die gefährlichste Stadt Kolumbiens – und viertgefährlichste der Welt ist. Diesen traurigen Rekord verdankt sie vor allem ihrem Armenviertel Siloé, in dem ein Menschenleben nichts wert ist.

      Gewalt ist an der Tagesordnung

      Dort wurde auch der Film „Dr. Alemán“ gedreht, bei dem ein junger deutscher Arzt hautnah miterlebt, wie es sich anfühlt, mit der täglichen Gewalt zu leben: Teenager erschießen Polizisten, Menschen werden am hellichten Tag brutal überfallen, Drogenbanden bekriegen sich, unschuldige Menschen sterben im Kugelhagel. Im Krankenhaus gehören Schussverletzungen zur Routine.

      In dem auf einem Hügel gelegenen Siloé leben rund 240 000 Bürgerkriegsflüchtlinge. Das Flüchlingsghetto wird von kolumbianischen Untergrundkämpfern als Versteck und Rückzugsgebiet genutzt, um abzuzutauchen. Die Guerillagruppen Farc und M19 sind dort gegründet worden und rekrutieren in Siloé ihre Mitglieder. Wer in ihre Fänge gerät, ist tot.

    5. Maceió, Brasilien

      Für viele kommt diese Nachricht überraschend: Im Vergleich mit anderen Hauptstädten brasilianischer Bundesstaaten führt Maceió die Verbrechensstatistik an. Wurden im Jahr 2000 360 Morde registriert, waren es 2010 schon 1 025. 2011 kletterte die Zahl sogar auf 1 564, das sind rund 135 Morde auf 100 000 Einwohner. Alle zwei Stunden ließ 2013 in Maceió ein Mensch sein Leben. Die Opfer sind in der Regel zwischen 18 und 29 Jahre alt. Doch niemand redet, niemand hilft. Unter Freunden und in den Familien geht die Angst um, wer als nächster dran sein könnte. Aber auch das ist keine Überlebensgarantie: Wer der Polizei aus Angst vor Racheakten nicht hilft, kann sich meist seines Lebens nicht mehr sicher sein – zum Beispiel wenn ihm die Drogenbosse nicht glauben, dass er geschwiegen hat …

      Vom Urlaubsparadies zur Verbrecherhochburg

      Bis vor ein paar Jahren stand die Hauptstadt von Alagoas im Nordosten Brasiliens mit ihrem tropischen Flair, Korallenriffs und Bilderbuchstränden bei Touristen und Sprachschülern hoch im Kurs. Doch im Gegensatz zu São Paulo und Rio de Janeiro, wo die Kriminalität in den letzten zehn Jahren aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums und verbesserter Lebensbedingungen kontinuierlich zurückgegangen ist, hat sich die Sicherheitslage in Alagoas und besonders in Maceió dramatisch verschlechtert.

      Trotz Tourismusindustrie herrscht dort überdurchschnittlich viel Armut und soziale Ungerechtigkeit. In Alagoas lebt über die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, etwa ein Viertel kann weder lesen noch schreiben. Vor allem in den 15 großen Favelas (Slums) von Maceió herrschen unhaltbare Zustände.
      Mit der Perspektivlosigkeit steigen Unzufriedenheit, Alkohol- und Drogenkonsum. Vor allem Crack wird für die hohe Gewaltbereitschaft verantwortlich gemacht. Drei Euro Schulden beim Dealer bezahlen viele Jugendliche schon mit dem Leben. Freunde töten sich gegenseitig, Mütter verlieren mehr Söhne als zu Kriegszeiten. Bei den Mordopfern handelt es sich vorwiegend um junge, drogenabhängige, arbeitslose Analphabeten. Zudem werden unter den Zuckerrohrbauern und Viehzüchtern Rechnungen oft mit Fäusten und Messern beglichen – oder gleich per Auftragskiller.

      Offizielle Stellen verkünden, dass Touristen bei den Gemetzeln nicht zu Schaden kommen, denn das Verbrechen tobe ja an der Peripherie, sprich: in den Favelas. Doch wer will im Urlaub schon sein Leben riskieren?

    6. Distrito Central / Honduras

      Auch in den Zwillingsstädten Tegucigalpa und Comayagüela (Distrito Central) sind Mord und Totschlag an der Tagesordnung. „Entführungen und Überfälle unter Schusswaffengebrauch nehmen zu“, warnt das Auswärtige Amt. Inzwischen schlägt die Mordrate mit 79 Morden pro 100 000 Einwohner zu Buche. Weit über ein Drittel der Todesfälle werden mit dem organisierten Verbrechen in Zusammenhang gebracht.

      Seit den 1990er-Jahren wächst die Einwohnerzahl in Honduras Hauptstadt Tegucigalpa stetig. Viele Menschen finden keine Arbeit und gleiten in extreme Armut ab, die Zahl der Verbrechen steigt unaufhaltsam. Straßenbanden und Drogengangs halten die Stadt mit Kidnapping, Vergewaltigungen, Morden, bewaffneten Raubüberfällen, Carjacking und Einbrüchen in Atem. Spaziergänge in menschenleeren Straßen können lebensgefährlich werden, denn Kriminelle verfolgen die Passanten oft im Pkw, um sie dann brutal zu überfallen.

      Kirchenbesichtigung mit bewaffnetem Begleitschutz

      2012 zog das „Peace Corps“ seine Freiwilligen aus Honduras ab, weil ihre Sicherheit nicht mehr garantiert werden konnte. Und nicht selten wird die Armee zu Hilfe gerufen, um die kriminellen Banden auf den Straßen in Schach zu halten. Auch Reisende bleiben nicht vom Verbrechen verschont, denn – egal, ob Student, kleiner Angestellter oder Gutverdienender – für viele Honduraner sind westliche Ausländer „reich“. Schon öfter mussten hohe Lösegeldsummen gezahlt werden, um zum Beispiel entführte Amerikaner wieder aus den Fängen der Kriminellen zu befreien.

      Beim Besuch der „Basílica de Suyapa“, der Hauptsehenswürdigkeit Tegucigalpas, ist besondere Vorsicht geboten. Sie liegt strategisch ungünstig in einem sehr gefährlichen Stadtviertel. Da hier schon viele Touristen mit vorgehaltener Waffe überfallen und ausgeraubt wurden, ist es ratsam, die Kirche nur in der Gruppe und mit bewaffnetem Begleitschutz zu besichtigen.

    7. Fortaleza, Brasilien

      Fortaleza im Nordosten zählte bis vor einiger Zeit zu den beliebten brasilianischen Touristendestinationen. Doch in der Metropole nimmt die Gewalt immer mehr zu. Auch dort gehören hauptsächlich Jugendliche zu den Opfern; meist sind sie in Drogengeschäfte involviert. 2013 gab es in Fortaleza 73 Tötungsdelikte pro 100 000 Einwohner. Allein beim Karneval 2014 wurden 25 Menschen umgebracht.

      Doch die Verbrecher kommen meist ungeschoren davon und morden immer weiter. Der Polizei fehlen einfach die Leute, um Straftaten intensiver zu verfolgen. Derzeit sind im Bundesstaat Ceará rund 58 000 Flüchtige unterwegs, 11 000 davon Mörder. Es gibt Fälle, die seit 1991 in der Schublade liegen und nie bearbeitet wurden. Hinzukommend sind die Zellen der Hauptpolizeistelle chronisch überbelegt. Wer in Fortaleza als Krimineller eingesperrt wird, gilt als großer Pechvogel …

    8. Guatemala City, Guatemala

      68 Morde pro 100 000 Einwohner in der Hauptstadt: Im Entwicklungsland Guatemala mit riesigen Einkommensunterschieden, großer Armut, zu vielen Waffen und einem schwachen Justizwesen gehören Gewaltverbrechen zum Alltag. Bei über 100 Morden pro Woche landesweit fühlen sich die unterbezahlten, unerfahrenen Beamten überfordert. Zur Gewaltwelle tragen vorwiegend die  Zunahme des Drogenhandels, die von Banden ausgeführten Verbrechen, eine schwerbewaffnete Bevölkerung (über 60% besitzen eine Waffe) und ein unfähiges bzw. unwilliges Polizei- bzw. Justizsystem bei, das die Kriminellen nicht bestrafen will. Die gutbewaffneten Verbrecher bauen auf ihre Straflosigkeit und morden weiter.

      Niemand ist sicher

      In Guatemala City sind Diebstahl und Raubüberfälle an der Tagesordnung. Ob tagsüber oder nachts – es gibt kein Viertel, das davor gefeit ist, auch nicht die teuren Einkaufszentren, Touristen- und gute Wohnviertel. Taschendiebstahl ist noch das harmloseste aller Verbrechen, solange sich das Opfer nicht wehrt. Doch es werden auch Bankkunden überfallen, wenn sie vor dem Bankgebäude am Automaten größere Summen Geld abheben – wahrscheinlich geben sogar die Bankangestellten Infos an die Verbrecher weiter. Hinzukommend werden Autofahrer an der Ampel von Motorradgangs genötigt, ihre Handys herauszugeben. Nicht selten enden diese Überfälle blutig.

      Bewaffnete Überfälle in reichen Wohngegenden passieren auch häufiger. Beim Kidnapping haben sich manche Banden auf „Express-Kidnapping“ spezialisert – Entführungen, bei denen kleinere Summen Lösegeld gefordert werden. Allerdings überleben nicht alle Geiseln, auch wenn bezahlt wird. Des Weiteren hat die Zahl der Vergewaltigungen erschreckend stark zugenommen. Sie stieg von 2009 auf 2013 um 70%. Weibliche Alleinreisende und Autofahrerinnen werden besonders häufig Opfer dieser Verbrechen.

    9. João Pessoa, Brasilien

      67Tötungsdelikte pro 100 000 Einwohner (2013) – kaum zu glauben, dass die 1,2-Millionen-Einwohner-Stadt im Nordosten bis vor kurzem noch zu den sichersten Städten Brasiliens zählte. Die Hauptstadt des Bundesstaates Paraíba gilt als eine der grünsten Citys der Welt, was man aufgrund der hohen Kriminalitätsrate leider im Moment nicht unbeschwert genießen kann.

      Wie es zu dieser Welle der Gewalt mit Raubüberfällen und Morden kommen konnte, können sich die Einwohner der nordöstlichsten Stadt Südamerikas auch kaum erklären. Außer der in Brasilien allgegenwärtigen riesigen Kluft zwischen Arm und Reich spielt wohl auch eine Rolle, dass nicht wenige „Nordestinos“ (Einwohner aus dem Nordosten Brasiliens) aus Großstädten wie São Paulo und Rio de Janeiro in ihre frühere Heimat zurückgekehrt sind, darunter einige Kriminelle, die in den Favelas des Südens bei der Befriedung „aufgescheucht“ und vertrieben wurden. Das wirkt sich zwar positiv auf der Kriminalitätsstatistiken der Metropolen des Südens aus, aber geht auf Kosten der nordöstlichen Bundesstaaten.

      Traurige Rekorde

      In den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 belief sich die Zahl der vorsätzlichen Tötungen in Paraíba auf 219 – immerhin ein leichter Rückgang im Vergleich zu 261 Morden im gleichen Zeitraum 2013. Besonders das illegale Drogengeschäft, zum Beispiel am Stadtstrand der guten Wohngegend Tambaú, mit allen seinen negativen Begleiterscheinungen ist ein Grund für die hohe Kriminalität. Die Dealer sind so dreist und die Polizisten so unaufmerksam, dass Drogengeschäfte teilweise ungeahndet direkt vor der Polizeistation stattfinden können.

      Doch abgesehen von der Drogenkriminalität tragen wohl auch Milizen und Ausrottungskommandos der Polizei zu der hohen Mordrate bei …

    10. Barquisimeto, Venezuela

      Barquisimeto hatte sich eigentlich mit überdurchschnittlich vielen Universitäten, vielen anderen Ausbildungsstätten sowie als Touristendestination einen Namen gemacht. Doch auch diese Stadt schreibt im Moment nur Negativ-Schlagzeilen. In der knapp eine Million großen City  spiegeln sich die chaotischen, hoffnungslosen Verhältnisse wider, die in Venezuela derzeit vorherrschen: politische Unruhen, eine hohe, schnell wachsende Inflationsrate,  Knappheit an Lebensmitteln, Waren des täglichen Bedarfs sowie an Medikamenten und mit 28 000 Ermordeten 2013 eine der größten Verbrechensraten weltweit.

      2013 starben allein in Barquisimeto 65 Menschen pro 100 000 Einwohner bei Gewaltverbrechen. Fast jeden Tag wird ein weiterer Mensch getötet. Die Lage eskalierte 2013 bei einer  Gefängnisrevolte, die aber inzwischen vollständig unter Kontrolle gebracht worden sein soll. Doch die Verbrecher außerhalb des Gefängnisses halten Barquisimeto weiter in ihrem tödlichen Würgegriff.

       

     

     

     

     

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