Erfahrungsberichte

Testimonials rund ums Reisen & Leben in anderen Kulturen

Sonja aus Deutschland über ihre Erfahrungen in Spanien:

„Ich war zweimal für längere Zeit in Spanien, das erste Mal mit Anfang 20, das zweite Mal mit Anfang 30. Beim ersten Mal habe ich bei einer spanischen Familie in Valencia gelebt und den Kindern der Familie Deutschunterricht gegeben. Parallel dazu habe ich einen Spanischkurs besucht. Beim zweiten Mal habe ich ein Beratungsprojekt in Madrid durchgeführt. Im Projekt waren Kollegen aus aller Welt. Bei diesen Spanienaufenthalten habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Beim ersten Mal bin ich schnell in die spanische Kultur „eingetaucht“ und habe sehr schnell Freunde gefunden. Am Anfang erschien mir zwar noch vieles fremd, aber bereits nach wenigen Wochen hatte ich mich sehr gut eingelebt.

Beim zweiten Mal hatte ich bereits ein recht gutes Sprachniveau und die spanische Kultur war mir vertraut. Dadurch war es ungefähr so, als würde ich in Deutschland in eine andere Stadt ziehen. Da ich allerdings aus privaten Gründen fast jedes Wochenende nach Deutschland geflogen bin, war das Ganze etwas anstrengend. Es war so, als würde ich ständig zwischen zwei Kulturen pendeln. Und kaum hatte ich mich an die eine gewöhnt, musste ich auch schon wieder abreisen.

Insbesondere die spanischen Essenszeiten – Mittagessen um ca. 15 Uhr und Abendessen um ca. 22 Uhr – waren für mich beim zweiten Aufenthalt sehr ungewohnt. Da ich regelmäßig in Deutschland war, konnte ich mich während der Woche in Spanien diesem Rhythmus nur schwer anpassen. Beim ersten Aufenthalt war das anders. Da ich ununterbrochen in Spanien war, habe ich mich recht schnell an den spanischen Lebensrhythmus angepasst.

Die Rückkehr nach Deutschland war nach dem zweiten Aufenthalt allerdings einfacher, weil ich ja während des Spanienaufenthalts regelmäßig in Deutschland war. Bei der Rückkehr nach dem ersten Aufenthalt dauerte die Eingewöhnung in Deutschland wesentlich länger.

Mein Fazit aus diesen Erfahrungen: Wer in einem fremden Land lebt und arbeitet, sollte am Anfang richtig in die fremde Kultur und Sprache „eintauchen“, um sich schnell zu integrieren. D. h. sich sehr gute Sprachkenntnisse des Ziellandes aneignen, einheimische Freunde suchen und mindestens drei Monate vor Ort im Ausland bleiben – bevor man den ersten Heimaturlaub plant.“

Sonja App, Sonja App Management Consulting München“

Sara aus Portugal über ihre Erfahrungen in den Niederlanden:

In Holland habe ich drei Jahre gelebt:  Ich war schon immer neugierig auf andere Länder und wollte wissen, wie alles außerhalb von Portugal funktioniert. Dann heiratete ich einen jungen Holländer und zog in die Niederlande.

Als ich in meiner neuen Umgebung ankam, wurde ich von den Bewohnern sehr freundlich aufgenommen, vor allem von einer Nachbarin, mit der ich bis heute befreundet bin:  Lana Gnus.  Zu jener Zeit konnte ich noch kein Niederländisch sprechen. Aber ich dachte, dass das kein Hindernis sei, um mich dort zu integrieren, da ich sehr gut Englisch konnte.

Doch nach ein paar Monaten beschloss ich, schnell Holländisch zu lernen, denn ich fühlte mich in vielen Situationen und Gesprächen mit Familie und Freunden oft ausgeschlossen. Es war immer das gleiche: Sie  schienen in ihrer Welt zu leben und ich war die  „Zuschauerin“. Also belegte ich erfolgreich zwei Niederländischkurse und schloss einige Freundschaften fürs Leben, zum Beispiel mit Konni Pfeiffer und Valery Hyde.

Ich fuhr viel Fahrrad und mit dem Auto und lernte die holländische Küche kennen, die im Wesentlichen aus drei Gerichten besteht: boerenkool met worst (Kohl mit Wurst), frietjes (Fritten) und erwtensoep (Erbsensuppe).

In den Niederlanden gibt es schöne, grüne Plätze, es ist ein sehr organisiertes Land, aber mir fehlten mein Meer, meine Freunde und mein Lebensumfeld. Nach drei Jahren voll von Emotionen und Frustrationen kehrte ich in meine Heimat zurück, die ich so liebe, in meine schöne Stadt Porto. Mein Ehemann begleitete mich. Hier leben wir nun immer noch – auf diesem wunderschönen Flecken Erde, wo es so viel zu sehen gibt und viel Neues entsteht.

Hier fühle ich mich wohl, hier möchte ich bleiben – bis ich vielleicht eines Tages eine andere Reise mache – in ein Land, das Portugal sehr ähnelt … und vielleicht werde ich dort auch alt!

Sara da Costa Lamers, Porto / Portugal

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