• Trekking-Touren in Peru

    Gepostet am 8. Oktober 2014 von Konstanze zu Peru.
    Trekking-Touren in Peru

    Inca-Trail ©Wikipedia


    Ob bei Wanderungen am Titicaca-See oder auf dem Inka-Trail, bei der Besteigung des Huascarán oder des Vulkans Misti − Perus Bergwelt verspricht Hikern und Naturliebhabern jede Menge Abwechslung.

    Inka-Trail / Camino Inca

    Der Inka-Trail in Peru gehört zu den beliebtesten Trekking-Routen der Welt. Er war Teil eines über 30.000 Kilometer langen Straßennetzes der Inka. Seit er 1942 wiederentdeckt und freigelegt wurde, reißt der Strom der Backpacker nicht mehr ab. Inzwischen dürfen ihn nur noch maximal 500 Personen pro Tag gruppenweise mit Guide erwandern.

    Obwohl es in der Hochsaison auf den rund 33 Trekking-Kilometern eng werden kann, entschädigt der Blick auf schneebedeckte Gipfel, Schluchten und Nebelwälder für die Unannehmlichkeiten. In drei bis fünf Tagesetappen marschieren Wanderer auf dem alten, gepflasterten Pfad vom Valle Sagrado zur Inkastadt Machu Picchu. Es geht bergauf, bergab, über drei Pässe und vorbei an mystisch wirkenden Inka-Stätten.

    Bei der Anreise, zum Beispiel entlang des Flusses Río Urubamba, bekommen Wanderer einen ersten Eindruck von der grandiosen Landschaft. Dann geht es los: Die ersten elf Kilometer in hügeligem Gelände sind ein Kinderspiel und helfen bei der Akklimatisierung. Beim Aufstieg zum „Pass der toten Frau“ (Abra de Warmiwañusqa) – dem höchsten Punkt der Tour – wird allerdings schnell klar, dass das Ganze kein Spaziergang wird. Auf über 4.100 Metern Höhe kann die Luft nämlich ganz schön dünn werden. Doch beim Anblick der großartigen Landschaft vom Wachtturm Runkuraqay aus sind alle Strapazen sofort vergessen.

    Zu den vielen Highlights gehört auch die gut erhaltene „Stadt über den Wolken“ (Phuyupatamarca) auf mehr als 3.600 Metern Höhe. Um die terrassierte Tempelanlage mit ihren Wasserkanälen und Steinbädern zu erreichen, muss man 50 Meter steil treppab gehen. Die Sonnenauf- und untergänge über dem Komplex, der sich perfekt in die Berglandschaft einfügt, sind besonders reizvoll. Endgültig stellen sich Glücksgefühle ein, wenn den Wanderern am Sonnentor (Intipunku) die sagenumwobene Inka-Stadt Machu Picchu zu Füßen liegt.

    Praktische Hinweise: Touristen brauchen eine offizielle Erlaubnis und dürfen nur in der Gruppe mit lizensiertem Führer wandern. Um die Bewilligung zu bekommen, sollte man Monate im Voraus buchen, denn die maximale Anzahl an Besuchern ist pro Tag auf 500 begrenzt. Die Touren (Preise variieren pro Agentur; Preisbeispiel: etwa 300 Dollar für vier Tage, alles inklusive) werden das ganze Jahr angeboten, außer im Februar. Von Juni bis August ist Hochsaison, zwischen Dezember und April kann es nass und rutschig werden. Wanderer sollten fit sein und sich auf Sonne, Regen, nächtliche Kälte und Höhen bis 4.200 Meter einstellen.

    Wanderung um den Ausangate / Cordillera Vilcanota

    Der vergletscherte Andengipfel Ausangate (6.384 Meter), südöstlich von Cusco, gilt seit der Prä-Inka-Zeit als heiliger Berg. Er war traditionell ein Platz, an dem den Gottheiten Opfergaben dargebracht wurden. Auch heute noch pilgern Tausende von Menschen, hauptsächlich Indios, kurz vor Fronleichnam zur Nordseite des Berges, um mehrere Tage das  „Schneesternfest“ zu feiern.

    Der Ausangate wurde 1953 erstmals von Heinrich Harrer bestiegen. Wer nicht gleich in die Fußstapfen des österreichischen Alpinisten treten will, kann auch um den viertgrößten Berg Perus herumlaufen. Diese nicht ganz einfache Trekkingtour bildet eine lohnende Alternative zum Inka-Trail. Bei der Überquerung von vier Pässen auf rund 5.000 Metern Höhe sind Kondition und gute Nerven gefordert. Dafür lockt ein Bilderbuch-Andenpanorama mit Gletschern und Bergseen, an dem man sich nicht sattsehen kann. Aber auch die karge Graslandschaft (Puna) hat ihren Reiz. Hier weiden Lamas, Vicuñas und Alpakaherden. Nie ist die Landschaft eintönig: Nach dem nächsten Pass oder im nächsten Tal sieht alles schon wieder ganz anders aus.

    Die Tour um den Ausangate startet im Örtchen Tinqui und dauert fünf bis sechs Tage. Es geht erst langsam, dann immer steiler nach oben. Nach zwei Passquerungen folgt der höchste Gebirgspass auf 5.200 Metern. Sehr anstrengend ist auch der Aufstieg zum vierten Pass (5.000 Meter) und der nachfolgende lange Abstieg. Hat man endlich die ersten Häuser erreicht, heißt es: relaxen in den heißen Thermalquellen. Denn am nächsten Tag wartet auf die Wanderer ein weiterer langer Marsch zurück nach Tinqui in die Zivilisation.

    Wer möchte, kann sich in Tinqui Maultiere und Treiber mieten. Auch kombinierte Touren – zu Fuß und zu Pferd – sind möglich.

    Praktische Hinweise: Die ideale Zeit für diese Tour ist Mai bis September. Für den Trek – am besten in der Gruppe – muss man körperlich fit sein und eine gute Kondition haben. Jeder Wanderer sollte sich auf Probleme mit der Höhe einstellen.

    Titicaca-See

    Bei einer Trekking-Tour zum Titicaca-See überquert der Wanderer zwar keine Gebirgspässe. Dafür sind die Eindrücke an diesem magischen Ort aber umso intensiver. Der größte See Südamerikas mit 36 Inseln liegt auf 3.810 Metern Höhe in der kargen Hochebene Altiplano, eingerahmt von schneebedeckten Andenbergen. Hier können Naturliebhaber nicht nur wandern gehen, sondern auch ins Alltagsleben der Fischerdörfchen eintauchen, wo die Traditionen noch lebendig sind. Und es dauert nie lange bis zum nächsten Fest – vor allem in Puno auf der peruanischen Seite wird kräftig gefeiert.

    Es gibt viele Möglichkeiten, sich diese surreal anmutende Landschaft zu erschließen, zum Beispiel auf Ein- bis Dreitagestouren zur Sonneninsel (Isla des Sol). Die Tour startet im farbenfrohen Wallfahrtsort Copacabana (Bolivien) und führt auf einem 17 Kilometer langen Teilabschnitt nach Yampupata, gegenüber der Sonneninsel. Auf dem etwa drei bis vier Stunden dauernden Weg kann man die Schönheiten des Sees in vollen Zügen genießen. Tiefblau hebt sich die Farbe des Wassers von den Bergen im Hintergrund ab. Im See schaukeln Binsenboote.

    Mit dem Schiff geht es hinüber zur Isla del Sol (Bolivien), der Geburtsstätte der Inka. Auf einem ausgedehnten Netz an Wanderwegen können die Besucher interessante archäologische Stätten entdecken, zum Beispiel die Inka-Treppe (Escalera del Inca), die vom Ufer in Yumani zum „Jungbrunnen“ (Fuente del Inca) führt.

    Auch auf der noch ursprünglicheren Insel Isla Amantani (Peru), viereinhalb Stunden von Puno entfernt, warten Trekkingrouten zu heiligen Inka-Stätten auf die Wanderer. Die Insel ist bekannt für ihre aus Gras geflochtenen Körbe und die Granitskulpturen. Auch auf Taquile (Peru), mit präinkaischen Terrassen auf den Hügeln, kann man wandern. Die autofreie Insel, lange ein Geheimtipp, hat wie keine andere ihren ursprünglichen Lebensstil bewahrt. Hier tragen die Einwohner in Ermangelung anderer Möglichkeiten alles auf dem Rücken und viele Männer knüpfen ihre Wollhüte selbst.

    Praktische Hinweise: Regenzeit ist zwischen Dezember und Januar. Rund ums Jahr kann es nachts sehr kalt werden. Obwohl am Tag meist die Sonne scheint (Vorsicht: Sonnenbrand!), weht oft ein kalter Wind. Auch die Höhe könnte Probleme bereiten. Auf jeden Fall sollte man Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf die Reise mitnehmen und auch an Insektenmittel denken.

    Vulkan Misti

    Ganz in der Nähe der malerischen Stadt Arequipa im Süden Perus erwartet die Wanderer ein weiteres Highlight: der kegelförmige, aktive Vulkan (Volcán) Misti. Das Wahrzeichen Arequipas hat es sogar ins Stadtwappen geschafft.

    Der Aufstieg zum meist schneefreien Gipfel dauert etwa zwei Tage. Die Tour beginnt auf 3.000 Metern Höhe in Cachamarca. Nach der Registrierung führt eine zwölfstündige Wanderung hinauf zum Refugio Monte Blanco, einer halbzerstörten Felsenhöhle in 4.800 Metern Höhe. Am nächsten Tag dauert es noch vier bis sechs Stunden bis zum Gipfelglück.

    Eine organisierte, leichtere Route mit Trägern, Köchen und Guide startet auf 3.500 Metern in Aguada Blanca. Von hier aus steigt die Gruppe innerhalb von zwei Stunden durch Buschland in 4.085 Meter hinauf. Nach kurzer Pause geht es noch einmal 600 Meter höher. Drei Stunden später erreichen die Wanderer das Basislager, am nächsten Morgen nach zirka vier Stunden den Gipfel. Selbst bei Schnee braucht man keine Steigeisen. Der Abstieg zum Lager dauert zwei Stunden und gegen Nachmittag sind die Wanderer wieder am Ausgangspunkt ihres Treks.

    Praktische Hinweise: Auch hier sollten Wanderer bedenken, dass ihnen die Höhe zu schaffen machen könnte. Vor Ort wissen die Einheimischen am besten, wie man den Symptomen begegnet. Wer noch nicht akklimatisiert ist, lässt sich für die Wanderung drei Tage Zeit. Von eintägigen Treks wird abgeraten, da die Höhenunterschiede zu extrem sind und die Tour in eine Tortur ausarten könnte. Weil es in der Vergangenheit auf der Aprurímac-Strecke schon zu Überfällen gekommen ist, ist es sinnvoll, sich einen registrierten Guide nehmen.

    Wanderung um den Ausangate / Cordillera Vilcanota

    Mit Lamas durch die Landschaft wandern: Das ist Peru pur! Auf einem alten Präinkaweg von der Andengemeinde Olleros zu den Ruinen von Chavín genießen Wanderer die abwechslungsreiche Cordillera Blanca in vollen Zügen. Die 37 Kilometer lange Tour führt durch saftig grüne Täler, vorbei an glitzernden Seen und schneebedeckten Bergen. Auf dem 4.700 Meter hohen Yanashallash-Pass, dem höchsten Punkt des Treks, kann die Luft dünn werden. Dafür ist die Aussicht auf die imposante Berglandschaft umso beeindruckender.

    Die Wanderung dauert zwischen drei und fünf Tagen. Die Nacht verbringt man in Zelten. Die Lamas sind eine große Hilfe beim Gepäcktransport, besonders wenn es bergauf geht. Wer sich für die Lebensweise der Einheimischen interessiert, kann noch ursprünglichen Andendörfern einen Besuch abstatten und mehr über die Bewohner erfahren. Am Ende der Tour wartet ein weiteres Highlight auf die Wanderer: die Ruinen von Chavín de Huántar auf 3.200 Metern. Die Anlage in Form einer Tempelburg mit einem ausgefeilten unterirdischen Tunnelsystem wurde um 1.000 vor Christus errichtet und gilt als das älteste peruanische Steinbauwerk.

    Praktische Hinweise: Juni bis September sind ideal für diese Wanderung, da es wenig regnet. Wer ohne Guide wandern geht, sollte eine gute Karte mitnehmen und auf die Schilder achten, um sich nicht zu verlaufen. Außerdem braucht man für diese Tour ausreichend Wasser, Proviant sowie eine gute Ausrüstung. Eventuell kann es Probleme mit der Höhe geben.

    Von Olleros nach Chavín

    Mit Lamas durch die Landschaft wandern: Das ist Peru pur! Auf einem alten Präinkaweg von der Andengemeinde Olleros zu den Ruinen von Chavín genießen Wanderer die abwechslungsreiche Cordillera Blanca in vollen Zügen. Die 37 Kilometer lange Tour führt durch saftig grüne Täler, vorbei an glitzernden Seen und schneebedeckten Bergen. Auf dem 4.700 Meter hohen Yanashallash-Pass, dem höchsten Punkt des Treks, kann die Luft dünn werden. Dafür ist die Aussicht auf die imposante Berglandschaft umso beeindruckender.

    Die Wanderung dauert zwischen drei und fünf Tagen. Die Nacht verbringt man in Zelten. Die Lamas sind eine große Hilfe beim Gepäcktransport, besonders wenn es bergauf geht. Wer sich für die Lebensweise der Einheimischen interessiert, kann noch ursprünglichen Andendörfern einen Besuch abstatten und mehr über die Bewohner erfahren. Am Ende der Tour wartet ein weiteres Highlight auf die Wanderer: die Ruinen von Chavín de Huántar auf 3.200 Metern. Die Anlage in Form einer Tempelburg mit einem ausgefeilten unterirdischen Tunnelsystem wurde um 1.000 vor Christus errichtet und gilt als das älteste peruanische Steinbauwerk.

    Praktische Hinweise: Juni bis September sind ideal für diese Wanderung, da es wenig regnet. Wer ohne Guide wandern geht, sollte eine gute Karte mitnehmen und auf die Schilder achten, um sich nicht zu verlaufen. Außerdem braucht man für diese Tour ausreichend Wasser, Proviant sowie eine gute Ausrüstung. Eventuell kann es Probleme mit der Höhe geben.

    Huascarán (6.768 Meter) / Cordillera Blanca

    Besonders beliebt bei Extrem-Bergsteigern ist der Aufstieg zum Nevado Huascarán, dem höchsten Berg Perus und vierthöchsten Südamerikas. Der Huascarán, der aus zwei Gipfeln besteht (Huascaran Sur, 6.768 Meter und Huascaran Norte, 6.652 Meter), wurde erstmals 1932 von einer deutsch-österreichischen Expedition bezwungen. Die schwierige Trekkingtour ist nur für Alpinisten geeignet, die sicher im Eis mit Neigungen von bis zu 50 Grad (Frontalzacken) gehen und über eine sehr gute Kondition für den zehnstündigen Aufstieg zum Gipfel verfügen.

    Die Expedition dauert rund sechs Tage. Über Moränen steigen die Alpinisten ins Lager Eins auf 5.200 Metern auf. Der Weg zu dem auf 6.000 Metern gelegenen Lager Zwei ist sehr anspruchsvoll, denn es müssen auf dem Weg zum Pass zwischen Nord- und Südgipfel Gletscherbrüche und Spaltengelände durchquert werden. Ob am frühen Morgen schließlich der Nord- oder Südgipfel über steile Gletscherhänge bestiegen wird, machen die Bergsteiger oft von den Wetterverhältnissen abhängig, wobei der Südgipfel als der ungefährlichere gilt.

    Praktische Hinweise: Nur Extrem-Bergsteiger mit ausgezeichneter Kondition können sich dieser Tour anschließen. Sie müssen im Eis- und Gletschergehen geübt sein sowie mit Erfrierungen und Höhenkrankheit umzugehen wissen.

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