• Volunteer Ditte im Interview

    Gepostet am 22. Dezember 2017 von Konni zu Volunteering in Costa Rica.

    Volunteer Ditte in der Guardería in Heredia

    Volunteer Ditte in der Guardería in Heredia

    Ditte Søvad aus Dänemark hat als Freiwillige in der Guardería in Heredia gearbeitet. Im Interview beantwortet sie Fragen rund um ihren Job in der Kindertagesstätte, erzählt von ihren Erlebnissen und gibt Tipps zum Aufenthalt in der Gastfamilie, Heredia und Costa Rica.

    Konni: Ditte, du hast vier Wochen als Freiwillige in der Guardería gearbeitet. Warum war es dir wichtig, einen Volunteer Job in deinem Auszeit-Jahr zu machen?
    Ditte: Ich wollte in meinem Gap-Jahr reisen, aber auch Erfahrungen sammeln und mich weiterentwickeln. Deshalb entschied ich mich für einen Volunteer Job. So konnte ich neue Lebensgewohnheiten und eine komplett andere Kultur kennenlernen, in der es auch viele Menschen gibt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

    Konni: Warum hast du dich für die Guardería in Costa Rica entschieden?
    Ditte: Vor allem, weil ich Kinder sehr mag, aber auch, weil ich auf diese Weise Einblick in das Alltagsleben der lokalen Bevölkerung bekommen konnte – in das der Kinder, ihrer Familien, aber auch in das der Mitarbeiter der Guardería.

    Konni: Welche Voraussetzungen musstest du für den Volunteer Job in der Guardería erfüllen?
    Ditte: Ich musste ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Das war alles, glaube ich.

    Konni: In welcher Gruppe hast du gearbeitet?
    Ditte: Ich habe vorwiegend die Sechs- bis Zwölfjährigen betreut. Sie sind nach dem Unterricht in die Guardería gekommen, um zu spielen und Hausaufgaben zu machen. Aber ich habe auch bei den Kleinkindern und Vorschulkindern ausgeholfen, wenn ich dort gebraucht wurde.

    Konni: Bitte beschreibe ein bisschen deinen Arbeitstag. Was waren deine Aufgaben?
    Ditte: Ich habe immer 7 Uhr morgens angefangen zu arbeiten. Da um diese Uhrzeit nur sehr wenige der Sechs- bis Zwölfjährigen in der Guardería waren, half ich dabei, den jüngeren Kindern Frühstück zu servieren. Und es mussten die Babys gefüttert werden. Alle Kinder bekommen in der Guardería drei Mahlzeiten pro Tag. Ich habe das Essen ausgeteilt und aufgepasst, dass die Kinder alles aufessen. Danach hab ich die Tische abgewischt und Ordnung gemacht. Den Schulkindern half ich bei ihren Hausaufgaben. Einige Kinder, die unter ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) bzw. Hyperaktivität litten, brauchten besonders viel Unterstützung und Aufsicht. Nach den Hausaufgaben haben wir zusammen gespielt, Puzzles gelöst, gemalt oder sind auf den Spielplatz gegangen.

    Konni: Was war dein erster Eindruck von der Guardería, als du dort neu hingekommen bist?
    Ditte: Ich fand die Einrichtung sehr freundlich und sauber. Aber besonders hat mich beeindruckt, mit wieviel Engagement, Professionalität und liebevoller Fürsorge die Mitarbeiter ihre Arbeit verrichten. Alle Angestellten und die Kinder haben mich sehr nett aufgenommen, obwohl wir eine kleine Sprachbarriere überwinden mussten.

    Konni: Fandest du es manchmal schwierig, mit den Kinder in der Guardería zu arbeiten?
    Ditte: Von der Sprache abgesehen (ich spreche Spanisch, aber nicht fließend), fand ich es manchmal schwierig, miterleben zu müssen, wie manche Kinder unter den schlechten Lebensbedingungen zu Hause litten. Aber bei den meisten Kindern hatte ich den Eindruck, dass sie gesund und glücklich waren und geliebt wurden.

    Konni: Hast du das Gefühl, dass dich deine Erfahrungen, die du als Volunteer gemacht hast, persönlich und beruflich weitergebracht haben?
    Ditte: Ich glaube, ich habe mich persönlich weiterentwickelt. Kinder im Allgemeinen machen mich sehr glücklich. Und ich war sehr beeindruckt davon, mit wie viel Hingabe, Freude und Stolz die Mitarbeiter in der Guardería arbeiten. In Dänemark, woher ich komme, sind die Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen oft verbittert und zeigen im Vergleich zur Guardería weniger Einsatz. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass man seine Arbeit immer wertschätzen sollte. Ich habe wirklich Hochachtung vor den Mitarbeitern der Guardería Luz Divina!

    Konni: Welche Ratschläge würdest du anderen Volunteers hinsichtlich des Jobs, der Freiwilligenarbeit im Allgemeinen, des Aufenthaltes in Heredia usw. geben?
    Ditte: Nehmt euch die Zeit, die Mitarbeiter und Kinder in der Guardería kennenzulernen – auf diese Weise erfahrt ihr auch, wie sehr sich oft die Denkweisen einzelner Kulturen und Länder voneinander unterscheiden!

    Heredia selbst ist eine sehr charmante Stadt! Unternehmt so viel, wie ihr könnt, um die Stadt zu erforschen – es gibt tolle Lebensmittelmärkte und schöne Kirchen. Und erkundigt euch, was für Veranstaltungen und Feste anstehen.
    Aber seid in der Nacht vorsichtig: Man sieht euch sicher an, dass ihr nicht aus Costa Rica kommt … also geht nachts nicht alleine aus!

    Nehmt euch auch Zeit, eure Gastfamilie kennenzulernen! So fühlt ihr euch schneller zu Hause und könnt die andere Kultur und den unbekannten Lebensstil besser verstehen.

    Und was auch wichtig ist: Knüpft Kontakte zu den anderen Freiwilligen! Ich persönlich habe einige Seelenverwandte getroffen, die ich jetzt auf meinen Reisen besuchen kann.

    Konni: Hattest du Zeit, an den Wochenenden oder nach Beendigung deines Volunteer Jobs zu reisen?
    Ditte: Ich bin fast jedes Wochenende mit den anderen Freiwilligen in ganz Costa Rica unterwegs gewesen. Costa Rica ist so ein schönes Land mit toller Natur und vielen Traumstränden. Schaut euch auch unbedingt den Nebelwald in Monteverde an! Ich wäre gerne nach meinem Volunteer Job noch weiter gereist, aber musste nach Peru, wo eine andere Freiwilligenarbeit auf mich gewartet hat.

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