• Copán: Maya-Stätte in Honduras

    Gepostet am 2. September 2014 von Konstanze zu Honduras, Lateinamerika.
    Copán, Ballspielplatz

    Copán, Ballspielplatz © Wikipedia


    Copán im heutigen Honduras war in der klassischen Periode (250 bis 900) eine wichtige Maya-Stadt. Seit 1980 gehört Copán  zum UNESCO-Welterbe.

    Der Stadtstaat auf 600 Meter Höhe erlebte seine Blütezeit im achten Jahrhundert – während der klassischen Maya-Periode. Dazu trug auch seine ideale Lage im fruchtbaren Copán-Tal bei. Die umliegenden bis zu 2.000 Meter hohen Berge schützten den Ort vor Hurrikans und schwülen Luftströmungen, so dass es nie unerträglich feuchtheiß wurde.

    Einen weiteren Pluspunkt stellten die natürlichen Rohstoffvorkommen in der Umgebung dar. Viele Skulpturen, Stelen und Gebäude bestehen aus grünem Tuffstein, der in der Nähe von Copán abgebaut wurde. Aus Granit fertigten die Maya Mahlsteine zur Herstellung von Mehl; eine Lehmgrube nutzten sie für die Keramikproduktion. Für Schmuck und Werkzeuge verwendeten sie Jade, das ebenfalls in der Gegend reichlich vorkommt. Auch Obsidian verarbeiteten die Maya. Dieses vulkanische Gesteinsglas mussten sie allerdings aus der zentralmexikanischen Stadt Teotihuacán einführen. Ganz am östlichen Rand des Maya-Gebietes gelegen, trieb Copán regen Handel, vor allem mit den Städten im Norden.

    Die gut erforschte Maya-Fundstätte war ein Königreich, das die Maya um 160 nach Christus gegründet hatten. 426 nach Christus wurde eine Herrscherdynastie geboren, die 400 Jahre lang ohne Unterbrechung herrschte. „Rauch-Imix-Gott K“, der von 628 bis 695 nach Christus regierte, ebnete dem spätklassischen Copán den Weg zur Großmacht.

    Sein Nachfolger „Achtzehn-Kaninchen“ bestellte die besten Baumeister, Bildhauer, Kalligraphen und Kunsthandwerker seiner Zeit, um das Stadtzentrum auf eine Weise ungestalten zu lassen, wie wir es auch heute noch kennen. Besonders sehenswert sind der Zeremonialplatz, die aus vielen einzelnen Gebäuden, Plattformen und Terrassen bestehende Akropolis, der Tempel der Inschriften, die weltbekannte Skulptur „Der alte Mann von Copán“ sowie die Hieroglyphentreppe – das größte steinerne Schriftwerk der Maya.

    Unter einem Altar am Fuß der Hieroglyphentreppe vergruben die Maya ihre Opfergaben: Damit die Götter ihnen eine reiche Ernte schenkten, vollzog der König rituelle Blutopfer. Man benutzte bei diesen Ritualen zum Beispiel Stacheln von Seeigeln, Rochen und stachlige Austernschalen.

    Aber auch der zweitgrößte Ballspielplatz auf Maya-Gebiet (nach Chichen Itzá) befindet sich in Copán. Das Ballspiel hatte für die mesoamerikanischen Völker in präkolumbischer Zeit nicht nur sportliche, sondern ebenfalls rituelle Bedeutung: Der Ballspielplatz versinnbildlichte nämlich auch einen Eingang zur Unterwelt.

     

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