• Trekking-Touren in Bolivien

    Gepostet am 8. Oktober 2014 von Konstanze zu Bolivien.
    Trekking-Touren in Bolivien als Geheimtipp

    Hochebene von La Paz ©Wikipedia


    Trekking-Touren in den Anden Boliviens gelten immer noch als Geheimtipp. Dabei sorgen Hochgebirgslandschaften, Wasserfälle, Schluchten und Tropenwälder für
    exzellente Hiking-Bedingungen. Auf nach Bolivien!

     

     

     

    Camino del Oro / Cordillera Real

    In der Königskordillere (Cordillera Real) mit mehreren imposanten Sechstausendern kann man auf einer weniger anstrengenden Tour den Goldweg (Camino del Oro) erwandern. Der Trek dauert je nach Einstiegsort drei bis sechs Tage und folgt einem 1.000 Jahre alten Pfad vom Hochland der Anden (Altiplano) hinunter in die Goldgräberstädte der subtropischen Region Yungas mit Berg- und Nebelwäldern.

    Nach dem Start in Sorata auf 2.700 Meter Höhe quert man einen über 4.700 Meter hohen Pass (Abra Illampú), der eine tolle Sicht auf den Illampú (mit 6.368 Metern Boliviens vierthöchster Berg) freigibt. Dann geht es 1.000 Meter abwärts nach Ancoma und von da aus noch weiter nach unten. Der Weg führt durch das Goldgräbertal des Flusses Río Tipuani inmitten üppiger tropischer Vegetation bis hin zum Río Coco und ins Minendorf Chusi. Hier endet die Wanderung normalerweise, aber wer will, kann noch zum Minendorf Llipi weiterlaufen.

    Praktische Hinweise: Niemand sollte alleine wandern, da es in diesem Gebiet schon zu Überfällen kam. Eine kürzere Tour beginnt man am besten in Ancoma. Dort können Maultiere mit Treibern gemietet und Guides genommen werden. Die Passhöhe von über 4.700 Metern könnte eventuell Probleme verursachen.

    Camino Takesi / Cordillera Real

    Dieser gut erhaltene präkolumbische Weg führt vom Altiplano in die Region Yungas mit ihren Bergnebelwäldern und tiefen Schluchten. Er diente schon in früheren Zeiten als Transportweg zwischen La Paz und Yungas und wird auch heute noch von den Landbewohnern genutzt. Kanäle und Mauern schützen den zum Teil gepflasterten Weg vor Unwettern und Stürmen.

    Auch auf dieser Route muss die Königkordillere (Cordillera Real) überquert werden, jedoch auf – für diese Breitengrade – vergleichsweise niedrigen Pässen. Die 45 Kilometer lange Tour dauert zwei bis drei Tage und führt durch eine zauberhafte subtropische Landschaft. Startpunkt ist das 3.200 Meter hoch gelegene Ventilla. Von dort aus geht es zum Dörfchen Choquecota, in dem man übernachten kann.

    Am nächsten Tag müssen die Wanderer zurück zum eigentlichen Weg. Stunden später steigen sie in steilen Serpentinen zum Gebirgspass Abra Apacheta Takesi (4.650 Meter) auf. Oben angelangt, macht die Aussicht auf schneebedeckte Berggipfel den schweißtreibenden Aufstieg schnell wieder wett. Nach der anstrengenden Querung passieren die Wanderer eine Lagune und das winzige Dorf Taquesi. Später folgen sie eine ganze Zeit lang dem Fluss Río Takesi. Die Natur wird üppiger und grüner – kein Vergleich mehr zur kargen Landschaft des Hochplateaus. Die Wanderung endet im früheren Kolonialstädtchen Yanacachi, das idyllisch auf einem Bergrücken zwischen zwei Flüssen gelegen ist. Hier können sich müde Wanderer bei einem Bierchen ausruhen und übernachten.

    Praktische Hinweise: Es ist empfehlenswert, nicht alleine zu wandern. kleidungs- und ausrüstungstechnisch sollte man sich auf unberechenbares Wetter mit Regen und Wind vorbereiten. Am Anfang der Tour kann es Probleme mit der Höhe geben. In Choquecota stehen Maultiere und Treiber zu Verfügung.

    Cerro Japa Japani

    Der Ausflug von La Paz zum Gipfel Japa Japani gehört noch nicht zum Standardprogramm ausländischer Wanderer. Im Gegenteil: Der Berg ist eher unbekannt. Doch die Tour lohnt sich auf jeden Fall. Fitte Bergsteiger schaffen den Aufstieg zu dem rund 5.400 Meter hohen Berg in fünf bis sieben Stunden – oft wird nach dem Trek eine Übernachtung eingeplant.

    Vom bolivianischen Regierungssitz La Paz aus fährt man – am besten mit einer Kleingruppe – über Palcoma im idyllischen Palcoma-Tal zum Ausgangspunkt des Treks, dem Stausee Ajua Khota auf 4.400 Meter Höhe. Die Wanderung führt vorbei an einem tosenden Wasserfall hinein ins grüne Hampaturi-Hochtal. Dann wird das Klima rauer: Es geht durch Geröllfelder und einige Felspassagen. Auf dem Weg nach oben muss auch ein nicht ganz einfacher Grat gemeistert werden. Endlich geschafft: Die Bergwanderer werden mit einer tollen Fernsicht auf den  Titicaca-See und die Königskordillere (Cordillera Real) belohnt. Unter ihnen liegen die Städte El Alto und La Paz, auch die Gletscherberge Nevado Mururata und Illimani präsentieren sich von ihrer schönsten Seite.

    Praktische Hinweise: Diese Trekkingroute ist nur für trittsichere, schwindelfreie Bergsteiger geeignet. Sie müssen körperlich fit und auf die Höhe eingestellt sein.

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