• Salalah: Beach life is over

    Gepostet am 15. Dezember 2014 von Konstanze zu Salam Oman!.
    Salalah - Al Haffa wird abgerissen

    Al Haffa © Konstanze Pfeiffer


    Es war zu schön, um wahr zu sein. Nach knapp einem Monat in der neuen Wohnung, gehen plötzlich die Lichter aus. Im ganzen Viertel ist der Strom weg. Höchste Zeit, die Koffer zu packen.

    Bis vor zwei Tagen hing sogar noch ein Schild an der Hauswand: „Wohnungen zu vermieten.“ Das fand ich eigentlich beruhigend, war das doch ein Zeichen, dass die Häuser wirklich noch eine Weile stehenbleiben würden … Würde man zumindest in Deutschland denken … Aber hier läuft das eben alles ein bisschen anders. Wie ich jetzt erfahren habe, wurden die meisten Bewohner der Häuser an der Corniche schon vor längerer Zeit abgefunden und „umgezogen“.

    Seit über einem Jahr ist wohl bekannt, dass das ganze alte Viertel abgerissen wird. Ein paar Einwohner blieben weiter in ihren Wohnungen. Und die Makler vermieteten fröhlich, soweit die Häuser überhaupt noch intakt waren. Einige Leute hatten die Miete lange im Voraus bezahlt, so heißt es. Doch zum Einzug kommt es nun nicht mehr. Und das Geld ist wahrscheinlich auch futsch … 

    Ob es sich hier nur um Gerüchte oder die Wahrheit handelt, werde ich wohl nicht erfahren. In Salalah geht es zu wie in einem peruanischen Andendorf, Klatsch und Tratsch, unglaublich. Jeder kennt jeden, weiß, wer mit wem liiert, verheiratet oder sonstwas ist –  und rund um den alten Stadtteil Al Haffa kursieren die allerwildesten Gerüchte. In dem Viertel haben um die 5000 Menschen gelebt, vor allem Pakistani, Bangladeschi und Inder, von denen jetzt viele auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe sind.

    So gerne wie ich auf der Terrasse von  meiner Hängematte  aus die Aussicht genossen habe, so gruselig fand ich es in der verlassenen Gegend in den letzten Tagen, um ganz ehrlich zu sein. Sogar die Straßenhunde waren plötzlich verschwunden … Als ich den Müll zum Container im Hinterhof brachte, schmiss mir ein Arbeiter eine Hundeleiche vor die Füße … Die Hunde sollen aus den Bergen heruntergekommen und eine Plage gewesen sein … Was mit ihnen genau passiert ist, kann ich nur vermuten.

    Wo ich meine Zelte aufschlagen werde, weiß ich im Moment noch nicht. Erstmal geht’s ins Hotel und dann sehe ich weiter …

     

     

     

     

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